Freitag, 29. Oktober 2010

Mindestumsteigezeiten für Rollstuhlfahrer

Der Mobilitätsservice der Bahn hat tatsächlich schon geantwortet auf meine Frage nach den Mindestumsteigezeiten.
Mainz ist ja lt. H. Leuschel fast gleichartig vom Aufbau wie S21 daher habe ich mal nach der Umsteigezeit dort gefragt und als Vergleich die beiden Kopfbahnhöfe Stuttgart und Frankfurt/Main.

Sehr geehrte Frau Theobald,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Folgende Mindestumstiegszeiten bestehen für Rollstuhlfahrer:

Frankfurt(Main)Hbf: bahnsteiggleich 6 Minuten / mit bahnsteigwechsel 15
Minuten
Mainz Hbf: bahnsteiggleich 6 Minuten / mit bahnsteigwechsel 20 Minuten
Stuttgart Hbf: bahnsteiggleich 7 Minuten / bahnsteigwechsel 15 Minuten /
vom Hbf tief zum Bahnsteig 25 Minuten


Dies bahnsteiggleichen Wechselzeiten werden mir immer ein echtes Rätsel bleiben, mir ist nie klar womit sich solch lange Umsteigezeiten rechtfertigen. (ich brauch ne halbe Minute um 1mal über den Bahnsteig zu fahren, warum die Bahn dann 5,5 plant um mich einzuladen verstehen wohl nur sie)

Aus einer früheren Anfrage hier noch die Zeiten für Saarbrücken, Heidelberg, Mannheim, Darmstadt:

Die Umstiegszeiten auf den Bahnhöfen sind wie folgt:

Darmstadt Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 5 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 20 Minuten

Heidelberg Hbf:
keine geforderten Mindestumstiegszeiten

Mannheim Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 4 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten

Saarbrücken Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 6 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten


Kaiserslautern Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 6 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten


Auffallend ist das die Bahnhöfe mit den ÜBERführungen (Mainz & Darmstadt) deutlich längere Umsteigezeiten haben.

Diese Umsteigezeiten (die ja Minimum sind) bedeuten für Rollstuhlfahrer dass sie sich nur Verbindungen suchen dürfen die diese Zeiten auch gewährleisten, sonst sagt die Bahn man könne den Rollstuhl dort nicht umsteigen lassen und die Sache ist für die Bahn erledigt.

Wenn die Bahn nun also für Fußgänger von einer Mindestumsteigezeit von nur 8(!) Minuten plant weil das so festgelegt wurde von irgendwem und für Rollstuhlfahrer werden 20(!) verlangt kann der Rollstuhlfahrer wohl froh sein wenn er überhaupt den übernächsten Zug erwischen kann. Somit ist die Wischiwaschi-antwort auf die konkrete Frage von H. Geißler dass es geht weil ja der Mobilitätsservice hilft schlicht falsch!!

Liebe Bahn,

... als interessierter Bürger verfolge ich die Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21.
Heute stellte Herr Geißler dann für mich DIE Fragen aller Fragen (ja, ich weiß - rein persönliche Motive ;) )

Heißt das Rollstuhlfahrer müssen gleich den übernächsten Zug nehmen weil sie den nächsten nicht erwischen?


Der Mann von der Bahn dessen Name ich nicht gehört hab (und nicht gesehen weil anderes Fenster im Vordergrund, es war aber glaub ich der Herr Leuschel) stockte deutlich und musste erst sichtbar seine Gedanken sortieren, Treffer versenkt Herr Geißler. Dann sagte er "Unsere .... moobiilitäätseingeschränkten Reisende .... ..... können natürlich umsteigen, es gibt an jedem Gleis Aufzüge ... und das klappt auch heute schon, wir haben da ... den Mobilitätsservice ... und wenn man sich da vorher anmeldet dann klappt das auch"

Äh ja ... Frage von Herrn Geißler nicht beantwortet ... laut dem Herrn von der Bahn ist die Mindestumsteigezeit für "Läufer" 8 Minuten wie er 2 Sätze vorher sagte ...

Die von der Bahn und ihrem Mobilitätsservice je nach Bahnhof festgelegten Mindestumsteigezeiten liegen bei einem Bahnsteigwechsel nach meiner Erfahrung zwischen 10 und 20(!) Minuten. Hat man also eine Verbindung die nur 9 Minuten Umsteigezeit erlaubt dann sagt die Bahn "nein, da können Sie nicht umsteigen" - das bedeutet man kann erst den danach folgenden Zug nehmen - das ist auch heute schon Realität auf Durchgangsbahnhöfen.

Die ach so gepriesene Anmeldung beim Mobilitätsservice muss mindestens(!) 24h VOR der geplanten Reise erfolgen (und die Reise darf auch nur an Bahnhöfe gehen an denen schon Rotkäppchen stationiert sind, andere Bahnhöfe sind für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar), meldet man sich nicht rechtzeitig an (für Fahrten am Montag muss das also bis spätestens Samstag 15 Uhr passeiren) dann nimmt die Bahn einen nicht mit weil man nicht angemeldet ist, auch wenn man deutlich vor der Zugabfahrt am Bahnhof ist.
Wenn man Glück hat und lange diskutiert dann kann man evtl. auch noch in den Zug, aber nur wenn der Servicepoint gerade gnädig ist.

Und das betrifft alle Züge in die man nicht selbstständig einsteigen kann, also den Regional- und Fernverkehr und auch eigentlich die meisten :/.

ich habe die Bahn nun mal gefragt wie die Mindestumsteigezeiten für Stuttgart Hbf, Frankfurt/Main Hbf und Mainz Hbf (lt Aussage des Bahners wäre der Aufbau des neuen Tiefbahnhofs ähnlich wie in Mainz) aussehen.

Nur mal so als Vergleich: In der Schweiz meldet sich der Rollstuhlfahrer 1 Stunde(!) (auf manchen Bahnhöfen auch 2 Stunden) vorher telefonisch an und darf dann fahren, die Deutsche Bahn braucht mindestens 24 Stunden.
Die Telefonnummer zur Anmeldung der Reise ist in der Schweiz kostenlos, in Deutschland zahlt man 14cent pro Minute.
Die Mobilitätszentrale der Schweiz hat von 6 Uhr - 22 Uhr geöffnet und ermöglicht an manchen Bahnhöfen/Linien Umstiege bis 24 Uhr.
Die deutsche Mobilitätsservicezentrale ist telefonisch von 8-20 Uhr erreichbar (Samstag 8-16 Uhr) und Hilfe am Bahnhof wird meiner Erfahrung nach so bis 20-21 Uhr gewährt unabhängig von den Linien.

Zu der Aussage des Bahnmenschen, dass das Umsteigen immer klappt, wenn man angemeldet ist kann ich nur sagen, dass ich bei 2 von 3 Fahrten nach Frankfurt Anfang Oktober nach Halt des Zuges jeweils 10-15 Minuten im Zug stand weil die Rotkäppchen mich entweder völlig vergaßen oder aber an den alten Zug (mit 3-4 steilen Stufen an allen Türen) ohne den Hublift kamen. Und ich war ordnungsgemäß angemeldet (für die Fahrt am Freitag morgen am Mittwoch Abend angemeldet) und hatte auch angemeldet dass ich einen Hublift benötige.
Soviel zum Thema "das klappt immer".
Jeden Anschlusszug hätte ich gnadenlos verpasst, denn das Ausladen dauerte ja nochmals mehre Minuten.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Liebe Grünen,

... eigentlich hattet ihr meine Stimme für die Landtagswahl 2011 in BaWü sicher, denn die SPD präsentiert sich in vielen Kleinigkeiten bzgl. S21 nicht so wie ich das haben wollen würde um sie zu wählen.
Ich bin eher ein Wechselwähler, bisher habe ich wohl bei jeder Wahl an der ich teilnehmen durfte anders gewählt - immer so wie es gerade am Besten schien und dabei fiel meine Wahl bisher nie auf CDU oder FDP, aber auch solch kleine Parteien wie die Piraten bekamen meine Stimme schon einmal.

Heute habt ihr im Landtag für Furore gesorgt in dem ihr euch zur Abstimmung über den Volksentscheid enthalten habt - IHR die Partei die den lautstark fordert.

Und ja ich habe eure Erklärung dazu gelesen und ich habe auch den Originalantrag der SPD dazu gelesen und ich verstehe eure Argumentation, ich kann sie aber dennoch nicht ganz teilen.
Aus parteipolitischer Sicht mag euer Handeln nachvollziehbar sein, die Grünen können nicht für etwas stimmen das laut dem Antrag richtig und notwendig ist und von ihnen nicht als solches angesehen wird
Aus dem Antrag d. SPD:

Gleichwohl muss festgestellt werden, dass die bisherige Legitimationsgrundlage
nicht ausreicht, um die zunehmende Zahl der Kritiker zu
überzeugen. Gerade weil das geplante Projekt richtig ist, muss sich die Politik
mit sachlicher und emotionaler Kritik auseinandersetzen. Die Kritik an dem
Projekt muss ernst genommen werden. Eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur
ist wichtig für unser Land. Deshalb sollen Stuttgart 21 und die Neubaustrecke
Wendlingen/Ulm verwirklicht werden – aber nicht gegen die Menschen,
sondern mit ihnen.
.....
Die verkehrstechnischen, städtebaulichen und ökologischen Argumente für
Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen/Ulm sind voll überzeugend.


Ich verstehe das, wirklich - ob es aber den einfachen Bürger genau so auch erreicht wage ich zu bezweifeln, die wenigsten werden sich den SPD-Antrag wohl durchlesen und in den Zeitungen und auch im Netz wird es nur heißen "Grüne gegen Volksentscheid" und das wird an euch kleben bleiben ...
Hättet ihr für den Antrag gestimmt wäre er ebenfalls abgelehnt worden da CDU/FDP über mehr Stimmen verfügen, mit dem genauen Text des Antrags hätten sich aber auch nicht mehr beschäftigt und das Volk würde nicht überall lesen müssen das ihr den Volksentscheid ablehnt..

Schwieriger Situation, für euch aber auch für den Wähler...

Dienstag, 26. Oktober 2010

Das erklärt einiges…

Hier schrieb ich kurz nach dem 30.09. über eine Talkrunde im SWR-Fernsehen an der ein Herr Hauck teilanhm den ich bis dahin nicht kannte und da ich zu spät einschaltete bekam ich auch nicht mit wer das eigentlich ist. (relativ weit unten in dem langen Beitrag)

Seit ich heute diesen Artikel gelesen habe weiß ich nun wer es ist ... und stelle fest er redet offenbar immer solch wirres Zeug wie in dieser Talkrunde, denn auch dort konnte ich seinen "Argumenten" irgendwann nicht mehr logisch folgen.
Damals dachte ich man hätte ihn schlecht vorbereitet, aber wer so wirre Dinge wir in Hirschberg sagt glaubt wahrscheinlich immer noch daran das Pflastersteine geworfen wurden.

Der Artikel ist wirklich lesenswert - ein paar Zitate, so als Appetizer (alle von H. Hauk - Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion - gesagt):
“Ob das jetzt zehn oder fünzehn Milliarden kostet, kann Baden-Württemberg wurscht sein.”


“Man kennt nur die Argumente der Gegner und das ist das Problem.”


“Wenn jemand sagt, woanders fehlten die Mittel, in den Schulen, bei der S-Bahn, dann ist das alles Kokolores. Es fehlt überhaupt nichts”

(Ganzer Artikel)

Man weiß gar nicht was man jetzt am Schlimmsten finden soll ...

Sonntag, 24. Oktober 2010

Erfahrungen Book2Book - Nachlese

Wie schon hier und hier erwähnt habe ich auf der Suche nach einer Tauschticketalternative auch Book2Book ausprobiert und anfangs sah das ja gar nicht so schlecht aus. Ich hatte dort 2 Coupons, 1 wg x eingestellten Artikeln und 1 weil ich tatsächlich ein Buch vertauschte.
Die wollte ich natürlich gleich wieder umsetzen und hatte bei der sehr begrenzten Auswahl ja nicht so viele Möglichkeiten. Also versuchte ich es mit einem Black Dagger Band in schlechtem Zustand und dachte vielleicht werd ich ihn ja irgendwo anders wenigstens noch los. Nach einigen Tagen wurde der Tausch abgelehnt.
Dann tauschte ich noch "Todeskünstler" als TB, brauch ich eigentlich nicht weil ich es als HC habe und als solche die Reihe auch sammle, aber vielleicht nimmt es ja wer bei einer andern Börse.
Der Tausch wurde sogar bestätigt und bis heute habe ich kein Buch erhalten (Tausch um den 25.9 herum) und es gab auch keine weitere Rückmeldung.

Für den verbliebenen coupon forderte ich "Nackt am Grill" an - sagte mir gar nix war aber immerhin aus 2010, auch diese Anforderung wurde abgelehnt.
In meiner Not und mangels Auswahl forderte ich dann "Mieses Karma" an, brauch ich nicht unbedingt und vertauschen lässt es sich auch eher nicht, aber immerhin was gekriegt für den Coupon.
Der Tausch wurde sogar bestätigt und das Buch erhielt ich auch so zügig wie man das von einer Büchersendung erwarten kann. Leider war es nur in einem Papierumschlag verpackt, der Zustand war aber okay.

Ich glaube nicht das "Der Todeskünstler" hier noch ankommt und so weit ich das sehe gibt es für diesen Fall bei Book2Book keine Möglichkeit seinen Coupon wiederzukriegen.
Wenn ich mich noch richtig erinnere kann man bei der Bewertung auch keinen kommentar schreiben sondern nur Sterne verteilen, so dass ich weder mitteilen kann dass von dem Tauschpartner nix ankam noch meinen Coupon wiederkriegen kann - ganz schlecht.

Schade, aber so ist Book2Book ganz abgesehen vom eher mauen Angebot, nicht zu empfehlen.

S21 – 1. Schlichtungstag, Teil 2

Der erste Vortrag war von Herrn Kefer von der Bahn und ich erwartete die übliche Pro S21 Propaganda, aber nein, Herr Kefer sagte das er neue Folien hätte und das er keinen Ausflug ins Historische machen wolle - er begann seinen Vortrag mit "Vor 175 Jahren ..." und erzählte etwas über die Anfänge der Bahn und die Ursprünge von Kopfbahnhöfen - okay das ist also nicht historisch ;)

Seine Stimme war angenehm und der Vortrag war zumindest nicht einschläfernd, als Student ist man ja froh über solche Vorträge *G*. Sonderlich viel behalten habe ich mir von dem Vortrag allerdings nicht wie ich merke. Dennoch war Herr Kefer ein angenehmer Redner und der Vortrag nicht so schlecht wie ich eigentlich erwartete.

Als nächstes war dann Herr Palme an der Reihe und ich muss sagen ich war enttäuscht von seinem Vortrag, er redete mir zu schnell, so dass ich den Eindruck hatte gar nicht alles erfassen zu können was ich vielleicht gerne würde. Man merkte ihm den Politiker auch deutlich an, es war irgendwie halt so ein typischer Politikervortrag wobei ich gar nicht genau sagen könnte woher dieses Empfinden denn kam. Herr Palme ging gleich auf ein paar von Kefer behauptete Dinge ein und schilderte seine Sicht dazu.

Zu den Fakten: Herr KEfer sagte der neue Bahnhof wäre um ein Drittel leistungsfähiger und es würden dann 2 Mio mehr Menschen auf die Schiene kommen - woher die denn so plötzlich kommen sollten wurde mir persönlich nicht klar. Laut Herrn Kefer wahrscheinlich nur wg den verkürzten Strecken, für mich nicht vorstellbar denn das Kritikargument das ich immer wieder höre sind eben nicht die Reisezeiten sondern vor allem die hohen Preise in Verbindung mit den Reiseziten, und an den Preisen wird ja auch der neue Bahnhof nichts ändern. Außerdem hob Kefer noch die deutlich geringere Zahl der Gleiskreuzungen hervor und die geringere Gleisbelegungszeit die es laut ihm wegen des Wesen eines Kopfbahnhofes nicht geben kann. Und auf Kopfbahnhöfen wären mehr Züge verspätet wenn ein anderer Verspätung hat - hm wg. Anschlusaufnahme müssen auch an Durchgangsbahnhöfen viele Züge warten... Außerdem wurde später erwähnt der Heidelberger Bahnhof sei einer der unpünktlichsten, wie ich aus eigener Erfahrung weiß ist das definitiv ein Durchgangsbahnhof ;) (Anmerkung am Rande: bei meinen 3 Fahrten zur Buchmesse fuhr der Zug dort immer verspätet los obwohl er pünktlich bereitstand, wahrscheinlich wg Anschlussaufnahme oder so)

Herr Kefer führte auch noch an das auch andere Projekte in BaWü rund 30 Jahre Planungszeit gehabt hätten und schließlich auch gut gewesen wären - damit wollte er wohl den indirekten Schlss ziehen das S21 dann auch gut sein muss - ich "liebe" solche Argumente.

Über Güterverkehr sprach er nict, obwohl er betonte das S21 ja gut für die Wirtschaft sei ... was er damit meine wenn nicht den Güterverkehr naja das weiß wohl nur er. (ich persönlich würde da die doch recht kurzzeitigen Arbeitsplätze nämlich nicht mit reinnehmen denn sie sind a) nur kurzzeitig und nach dem Umbau ja auch nicht mehr vorhanden und b) bietet die ein Umbau des kopfbahnhofs ja auch)

Gegen Ende sagte er noch se seien zu größerer Offenheit bereit - nun denn, ich bin gespannt.

Herr Palme stellt klar das die Gegner nicht generell gegen Bahnverkehr sind. Er erwähnt auch, dass Kefer nichts zum Güterverkehr gesagt hat weil der davon nicht profitiert. Er stellt auch klar, dass unter den von der Bahn angenommenen Prämissen nur das aktuelle S21 Projekt rauskommen konnte, man diese Prämissen jedoch auch hätte verändern können und damit ein anderes Projekt entstanden wäre.

Palmer erwähnt auch die von Frau Merkel oft genannten EU-Subventionen und stellt klar dass diese nur für die europ. Bahnstrecke fließen, nicht jedoch für den Bahnhofsbau. Palmer weist auch darauf hin, dass die Aussage Kopfbahnhöfe seien ein Relikt aus alten Zeiten nicht ganz stimmig ist, das sowohl München und Frankfurt als auch Zürich an ihren kopfbahnhöfen festhalten. Zürich sogar recht erfolgreich was seine Leistungsfähigkeit betrifft. Stuttgart gehört nach seiner Aussage zu den Pünktlichsten Bahnhöfen - im Gegensatz zu Heidelberg.

Palme äußert sich natürlich auch zu den hohen Kosten und den starken Kostensteigerungen. Das Argument von Herrn Kefer, dass der Verkehr des Flugzeugs wieder zurück zur Bahn soll und das Flugzeug der stärkste Konkurrent der Bahn ist will Palme so nicht stehen lassen, er sagts das viel mehr die Straße und der Güterverkehr eigentlich viel eher das Ziel der Bahn sein sollten.

Für mich DER Satz des Herrn Palmer: "Kopfbahnhöfe sind für die Kunden viel bequemer" - JAAA! Aber dazu später meher und erwähnt hatte ich das ja schon mal in einem früheren S21 Artikel.

Danach refertiert Gangolf Stocker, der sehr viel nuschelt und sehr stockend spricht, mit der Technik hat er auch so seine Probleme und wirkt da sehr unsicher und etwas überfordert. Ich habe ihm nicht so ganz aufmerksam zugehört muss ich gestehen, es war mir zu anstrengend irgendwie.
Stocker sagt allerdings gleich zu Beginn zu dem Bahnmenschen Kefer "Ich sehe Sie kennen den Stuttgarter Bahnhof nicht" und erklärt dass die Gleiskreuzungen nicht so prüblematisch seien wie von Kefer dargestellt, da der Bahnhof auf Grund seiner Lage die Einfahrt über 3 Ebenen ermöglicht. (was von Kefer nicht erwähnt wurde)

Geißler will dann von den Verantwortlichen Zahlen über die Wirtschaftlichkeit des geplanten Bahnhofs, da die Gegner diese ja bestritten, Frau Gönner erklärt dann dazu könne sie jetzt keine Angaben machen, sie hätte nicht gewusst dass das heute auf dem Plan stünde (mW war als Punkt die Leistungsfähigkeit des S21 Konzepts vorgesehen, warum man da keine Unterlagen über die Wirtschaftlichkeit bei sich hat ist mir etwas schleierhaft, denn auch die ist ja für die Leistungsfähigkeit relevant). Sie müsse die Unterlagen erst holen und könne sie also frühstens nach der Mittagspause haben, wenn überhaupt, denn eigentlich wäre das ja gar nicht vorgesehen und sie hätte das ja nicht wissen können.
Als sie merkt das Geißler darüber ziemlich irritiert scheint schiebt sie nach "Ich glaube der H. Kefer würde dazu gern was sagen", dieser sitzt die ganze Zeit stumm neben ihr.
Ich habe mich an der Stelle gefragt warum sie für Kefer spricht und ob der plötzlich seine Stimme verloren hat ... aber wahrscheinlich war es nur ein plumper Versuch aus der sehr misslichen Situation wieder rauszukommen und den Teil Kefer aufzudrücken.

Kefer sagt dann es würde zusätzliche Güterzugkapazität geschaffen, muss aber im Laufe der Diskussion zugeben, dass sich seine Aussage auf sog. "leichte Güterzüge" bezieht die nur eine gewisse Menge geladen haben dürfen, für alle anderen Güterzüge wäre die alte Strecke besser als die neue.

Es wird dann eine ganze Weile über Güterzüge und div. Strecken diskutiert, da stieg mein Hirn aus weil ich den Streckenverlauf auch überhaupt nicht kenne, schwere Güterzüge sollen wohl dann über eine bisher wenniger genutzte Strecke laufen deren Namen ich mir aber nicht merken konnte.

Geißler wird irgendwann die Diskussion zuviel und er versucht sie irgendwie zusammenzufassen - ich hab die Zusammenfassung allerdings irgendwie noch weniger durchblickt... es wird dann noch ne Weile diskutiert bis Geißler irgendwann sagt "Die Küche meldet das Essen ist warm"

Kefer sagte auch noch zu den Gegnern "Sie haben behauptet Frankfurt hätte einen Kopfbahnhof, das stimmt so nicht" - ich dachte "äääh wie jetzt, von der Buchmesse bis jetzt so schnell umgebaut?" Es gab auch murrende Töne im Raum und Kefer schiebt nach "Der Flughafen ist ein Durchgangsbahnhof"
Äääääh ... wie jetzt?! Weil der Flughafen ein Durchgangsbahnhof ist stimmt die Aussage das Frankfurt einen Kopfbahnhof hat nicht?! Hm ... gehört der Hauptbahnhof dann wohl nicht zu Frankfurt?!
Nach der Argumentation könnte man einfach am Flughafen Stuttgart einen ordentlichen Bahnhof bauen und den verbuddeln - dann hätte Stuttgart ja auch keinen Kopfbahnhof mehr ;)

Samstag, 23. Oktober 2010

s21 – Der 1. Schlichtungstag Teil 1

Tja ... ich hatte mir vorgenommen zumindest das 1. Schlichtungsgespräch anzusehen, auch um mir ein Bild von dem Schlichter Heiner Geißler zu machen, denn dem traute ich nur mäßig über den Weg auf Grund seines Parteibuches ;).

Ich werde das Gesamtthema wohl in mehreren Teilen bebloggen, weil da heute ziemlich viel verschiedenes auf  mich eingeprasselt ist. Und es war tatsächlich informativer als ich es im Vorfeld erwartete.

Ich bin, wie schon mal erwähnt, ja eher unpolitisch und kenne mich in der Landespolitik nicht besonders gut aus daher kannte ich all die beteiligten Personen überhaupt nicht und war Ihnen weder positiv noch negativ gegenüber eingestellt. Und wahrscheinlich krieg ich auch gar nicht mehr alle Namen zusammen vermute ich.

Die Schlichtung begann mit jeweils etwa 45minütigen Vorträgen der Pro und Contra S21 Gruppen, für die Pro-Seite sprach ein Herr Kefer der wenn ich das noch richtig weiß von der Bahn ist, für die Gegner sprach H. Palme, OB von Tübingen und passend zu seiner Krawattenfarbe ein Mitglied der Grünen.

Herr Geißler führte die Schlichtung eher locker und ermahnte die Parteien gleich sie sollen sich doch bitte so ausdrücken dass auch der Mensch von der Straße versteht über was gesprochen wird und man solle bedenken, dass man sich nicht in einer Expertenrunde befindet. Eine wie ich finde sehr gute Ermahnung, die im Laufe des Tages noch mehrmals geäußert wurde, Herr Geißler scheute (zum Unmut von Frau Gönner) auch nicht die Referenten zu unterbrechen wenn er den Eindruck hatte es würde etwas unklar/unverständlich formuliert - fand ich einen guten Ansatz, auch wenn ich persönlich nicht immer Verständnisprobleme hatte. Dennoch drückt es aber aus, dass sich der Schlichter auf die Menschen zubewegen will und versucht über das Verstehen können wieder Vertrauen aufzubauen. Das Frau Gönner da irgendwann intervenierte und meinte man müsse eben auch Fachtermini nutzen wenn man mit Fachleuten im Gespräch sei, zeigt für mich das sie wohl Geißlers Gedankengang dahinter nicht richtig verstand. Denn auch wenn Geißler vielleicht mal zu oft unterbrochen hat, weil es die Leute draußen auch so verstanden hätten, so zählt für mich der Gedanke dahinter einfach mehr.

Auch mit kritischen Nachfragen mussten beide Seiten rechnen und so manches Mal hatte ich den Eindruck das Herr Geißler leicht genervt war wenn sich wieder durchgewunden werden sollte.

Von mir ein großes Lob an Herrn Geißler - und das ist mir obwohl es so nicht geplant war diesen eigenständigen Artikel wert - ich wurde sehr positiv überrascht, rechnete ich doch mit CDU-Klüngel und erlebte aber kritische Nachfragen die auch weitergeführt wurden wenn sie den anwesenden CDUlern unangenehm wurden.

Auch die Versuche von Frau Gönner (Verkehrsministerin BaWü) immer wieder so ein bisschen das Heft aus der Hand zu nehmen unterband er, obwohl sie es wirklich oft versuchte.

Bisher ist das Internet - besonders die Gegner von S21 - voll des Lobes über Heiner Geißler, ich persönlich bin ja überzeugt davon dass er am Verhandlungstag über K21 genauso kritisch bei den S21-Gegnern nachhaken wird und dann werden die Pro-Leute jubeln und ihn feiern und die Gegner ihn verfluchen und als parteiisch ansehen. In meinen Augen muss er aber genauso handeln um seine Aufgabe als Schlichter ernst zu nehmen - ich hoffe ich habe mich nicht in ihm getäuscht und es passiert auch so, denn sonst würde er sich arg angreifbar machen und das fände ich ja sehr schade. (auch wenn mir persönlich das was von den Pro-S21 Leuten zu sehen eine gewisse Schadenfreude entlockte)

Ich hoffe also, das die K21 Befürworter besser vorbereitet sind als das was ich da heute gesehen habe. Sehr viel schlechter kann man sich mE gar nicht mehr präsentieren, als das was heute die Bahn/das Land und die anwesenden CDU-Leute boten.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Twitter und die Fernsehsender

Eigentlich hätte ich darüber nie gebloggt, aber ich habe eben einen Artikel gelesen von Quotenmeter.de der mich dazu veranlasste, einfach weil ich den Artikel so schlecht/einseitig fand.

Es twittern die verschiedenen TV-Sender, manche besser, manche auch eher schlechter - in dem Artikel wird fast ausschließlich der Account von Pro Sieben erwähnt und beworben, das entlockte mir ein herzhaftes Lachen.
Wenn ich einen vorbildhaften Twitteraccount aus den TV-Sendern suchen müssten denen ich folge dann wüsste ich schon mal sicher das es Pro Sieben nicht ist, auch den bepriesenen Umgang mit Kritik muss ich wohl mal suchen - aber vielleicht finde ich ihn ja wieder wenn Pro Sieben mich nicht mehr blockt.

Das tut Pro Sieben nämlich wenn man es wagt eine ihrer Sendungen zu kritisieren ... ich weiß gar nicht mehr was ich da so "böses" schrieb, denn es fiel mir ja erst irgendwann mal zufällig auf ... ich glaube aber ich habe nur einmal Kritik geübt, in der Anfangsphase von "Solitary", und dabei geäußert dass ich Sonya Krauss da für ne Fehlplatzierung halte (ich mag ihre Moderation allgemein nicht sonderlich gerne) und das mir die Nichtmoderation bei dem amerikanischen Original besser gefällt.
Und ich schrieb mal das ich es ziemlich doof finde, dass sie in den ersten Solitarytrailern (die während der Sendung liefen und bei der Vorschau auf die nächste Woche) so viel verrieten, anfangs konnte man nämlich im Trailer schon sehen wer in der nächsten Woche geht - das ist mE für eine Show bei der die Frage ist wer gehen muss eher suboptimal.
Sonst fällt mir nix ein was ich geschrieben hab, allerdings ist da mein Hirn auch wirklich eher auf Kurzzeit ausgelegt.

Nach den Erfahrungen mit Pro Sieben und ihrem Twitteraccount wundert mich der lobpreisende Artikel von Quotenmeter doch sehr und es stellt sich die Frage, ob sie vielleicht einfach nur gut bezahlt wurden oder ob man bei Medienmagazinen einfach freundlicher behandelt wird und Quotenmeter es einfach verpasst hat mal unter ihren eigenen Followern nach den Erfahrungen mit den Sendern zu fragen.

Schon bevor ich von Pro Sieben geblockt wurde hatte ich das zufällig in irgendeinem Blogbeitrag von jemandem gelesen, er wunderte sich ebenfalls über die Blockwut von Pro Sieben, ein Einzelfall scheine ich also nicht unbedingt zu sein.
So bleibt dann wohl
Ansonsten versucht man die Meinung der Follower (ProSieben folgt über 30.000 von ihnen) zu den Sendungen (meist positiv, aber auch Kritik scheut man nicht) wiederzugeben.

(Quelle)
mein persönlicher Witz des Tages. (ab da hab ich den Artikel dann auch nicht mehr weitergelesen)
In solchen Momenten weiß ich aber wieder warum ich persönlich irgendwann beschlossen habe DWDL informativer und sympathischer zu finden - sie wirken einfach seriöser und weniger "trashy". Quotenmeter nutze ich nur noch sporadisch wenn es mir um so simple Dinge wie Serienbesetzungen geht - schade eigentlich, ich hätte einen solchen Beitrag über Fernsehsender und Twitter nämlich ehrlich interessant gefunden, wenn er nicht besser die Überschrift "Werbung für pro Sieben und ihren Account" gehabt hätte.

Und damit mein Artikel seinen Namen auch verdient hier dann mal die Übersicht über die TV-Sender denen ich folge (mir noch fehlende/unbekannte sind gerne in den Kommentaren gesehen) und meinem Eindruck dazu:

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Man kann es gar nicht oft genug sagen

Via Twitter stolperte ich über einen Artikel bzgl. des "Tag des weißen Stockes" am 15.10. und dort waren laut Überschrift Tipps im Umgang mit Blinden angekündigt - und als allererster Tipp steht da:

Ganz wichtig: Hilfe immer erst mündlich anbieten und dann leisten

Und in mir schreit alles JAAAAA - und bitte bitte bei ALLEN Behinderten nicht nur bei Blinden! Alte Omas zerrt ihr auch nicht einfach so über die Straße nur weil sie vielleicht vor dem Zebrastreifen stehen blieben. Es gibt also auch GAR KEINEN Grund Rollstuhlfahrer einfach so und ohne jegliche Ansprache plötzlich zu schieben, ehrlich nicht!

Und ebenso wichtig, bitte akzeptiert auch dass/wenn man keine Hilfe benötigt. Falls ihr euch dabei unwohl fühlt dann bleibt von mir aus noch in der Nähe stehen aber lasst eure Finger bitte vom Rollstuhl - außer ihr seht da ist jmd in einer akuten Notsituation.

Ich möchte euch auch Beispiele geben vielleicht dient das der Nachvollziehbarkeit.
Ich schiebe gelegentlich meinen Rollstuhl selbst in den Bus, weil es schneller geht oder weil es mir besonders wichtig ist gerade diesen Bus zu erreichen (denn auf die Rampen ist nicht unbedingt Verlass).
Ich, mein Rollstuhl und der Türgriff sind ein stabiles System - ich stehe zwar krumm aber ich fale nicht um oder stolpere. Merkwürdigerweise sind die Menschen beim Einsteigen sehr viel eher bereit ein "Nein, danke" zu akzeptieren, dabei ist es für mich beim Aussteigen viel gefährlicher wenn sie das eben nicht tun.
Das Aussteigen läuft so ab:
Ich schiebe den Rolli zur Tür (wenn der Bus steht), kippe ihn nach hinten auf seine großen Räder und lasse ihn runterrollen, dabei stehe ich stabil weil ich mich ja am Rollstuhl festhalte und der mit den Rädern fest auf dem Untergrund ist, steht der Rollstuhl dann auf dem Boden halte ich mich am Griff und an der Tür fest und steige selbst aus.
Hilfe ist dabei, sofern der Bus keine wirkliche Stufe hat (bei mehreren könnte ich schon gar nicht alleiine Einsteigen), völlig unnötig. Wenn jetzt jemand weil er mir mein "nein danke, es geht" nicht glaubt an den Rollstuhl greift dann weiß er meist schon gar nicht wo er ihn anfassen soll und die wenigstens greifen dann wenigstens an beide Seiten.
Greift man nur an eine Seite ist mein Rollstuhl/ich/tür System aber nicht mehr stabil denn auf einer Seite steht das Rad nicht mehr auf dem Untergrund und damit hängt der Rollstuhl in der Luft und bringt mich damit ins Wackeln und erschwert mir erheblich den Rollstuhl zügig und problemlos aus dem Bus zu schieben, denn ich müsste ihn dann schon mehr rausheben und das kann ich nicht. Ich habe eh Probleme mit dem Gleichgewicht und wenn dann noch jemand an dem Teil rumwackelt durch das ich mir das Gleichgewicht gerade hole ist das für mich wirklich schwierig.
Getoppt wird das nur noch von Leuten die den Rollstuhl - am besten an einer Seite - anfassen und ihn gleichzeitig noch nach vorne ziehen, Leute damit zieht ihr mich nach vorne und bringt mich wenn ich nicht schnell genug loslasse und zum Türgriff greifen kann in Gefahr aus dem Bus zu fallen!! Und beide Hände loslassen darf ich ja gar nicht sonst fällt mein Rollstuhl unkontrolliert irgendwie aus dem Bus. Das tut weder euch noch meinem Rollstuhl gut.

Das ist verdammt nochmal gefährlich!! Für mich, für euch und auch für meinen Rollstuhl.
Und dann erwartet ihr noch dass ich mich bedanke obwohl ihr mir gerade mein Leben erschwert habt und mich dabei u.U. in Gefahr gebracht habt. Ja, ihr habt es sicher nur gut/nett gemeint, aber gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.

Und bitte helft mir nicht ohne Absprache/Ansprache beim Bordsteinhochfahren oder beim in den Bus einsteigen über die Rampe - beide Male muss ich den Rollstuhl kippen um die Vorderräder hochzukriegen, das kann ich und ich weiß wie leicht mein Rollstuhl kippt und wie weit er das darf. Ich muss dazu eine bestimmte Menge Kraft aufwenden und mit dem Körper ausgleichen wenn er mehr oder weniger kippen soll. Wenn ihr da plötzlich hinten an die Griffe geht und mich noch mehr kippt kommt eure Kraft noch dazu und für mich entsteht der Eindruck nach hinten umzufallen - und das könnte auch passieren wenn ihr das nicht schnell genug versteht und/oder ich es nicht schnell genug durch ruckartiges nach vorne werfen ausgleichen kann.
Noch schwieriger wird das ganze wenn ich einen Rucksack/Einkäufe am Rollstuhl hab und das Gewicht eh schon nach hinten zieht, dann benötigt es oft nur minimalen Druck um den Rollstuhl umkippen zu lassen.
Ich weiß das, ihr könnt das aber gar nicht abschätzen und könnt mich dann ganz versehentlich umwerfen.

ich mag es auch nicht wenn ich da so meines Weges fahre und plötzlich und ohne ein Wort zu sagen schiebt einer von hinten - ich schiebe euch auch nicht wortlos durch die Gegend!

Ihr könnt helfen, wenn das nötig ist - aber bitte fragt vorher!! Dann kann ich euch sagen was ihr tun sollt und weiß Bescheid.

Wann ihr helfen SOLLT? Es wäre super nett wenn ihr helft wenn ihr seht das ich umgekippt auf der Straße liege, dann braucht ihr auch nicht fragen ob ihr sollt sondern könnt mich einfach wieder auf meine Räder stellen, denn ich kann es alleine nicht.
Und wenn ihr jetzt denkt das passiert nicht, doch, es ist mir schon passiert - die Einkäufe hintendran einen Moment unterschätzt und einen abgeflachten Bordstein runtergefahren und in dem Moment als die Hinterräder aufsetzten angetrieben und dann in Zeitlupe auf der stark befahrenen Straße umgekippt. Kommt selten vor, aber naja dumm gelaufen ... Läufern bricht ja auch mal ein Absatz ab...

Wann ihr auch helfen sollt: Wenn ihr seht ich stehe auf einem Gleisübergang und bewege mich nicht und die Bahn kommt - in manchen Städten sind die Straßen-/Gleisverhältnisse so schlecht das man ab und an mal stecken bleibt - aber bitte FRAGT bevor ihr was tut oder sagt zumindest einen Ton, denn es ist wahrscheinlich das ich gerade ebenfalls versuche meinen Rollstuhl zu kippen.

Fragen könnt ihr auch gerne, wenn ich einen Berg hochfahre oder mich mit einem Bordstein abmühe, ich sage euch dann schon ob ich das schaffe - manches Mal werde ich eure Hilfe aber auch annehmen ;)

Und bitte fühlt euch nicht gekränkt wenn ich eure Hilfe ablehne, das geht nicht gegen euch sondern hängt evtl damit zusammen das ich Dinge alleine besser kann (wie zB aus dem Bus ohne Stufe aussteigen) oder eben DASS ich sie eben kann. Selbstständigkeit ist ein hohes und wichtiges Gut und Dinge selbst zu tun ist etwas völlig normales.
Wärt ihr mit eurem Fahrrad unterwegs und ich käme zu euch, würde mir euer Fahrrad schnappen und sagen "Ich fahr/schieb es dir" wärt ihr auch eher genervt als dankbar, erst Recht wenn ich es wortlos an mich nehme.

Wenn ihr mich im Supermarkt vor einem Regal stehen und hochschauen seht dann kann es sein das ich versuche zu entziffern was da steht oder aber ich will vielleicht tatsächlich was von da oben, wenn ihr fragt ob ihr mir was geben sollt dann rechnet also auch mit einem "Nein, danke ich kuck nur" und murmelt dann nicht ein "ich wollt ja nur helfen" in euern Bart und seit irgendwie angegriffen weil ich eure Hilfe nicht brauchte.
(das könnt ihr natürlich auch auf andere Situationen beziehen)

Und wenn ihr mich, zB nachdem ich meinen Rollstuhl über Gleisen schob, in den Rollstuhl einsteigen seht dann bitte lasst auch eure Finger weg und greift nicht ungefragt an die Griffe mit der Intention mir den Rollstuhl festzuhalten. Ich halte mir den selbst fest (ja, ich kann auch einsteigen während die Bremsen offen sind) und wenn ihr da durch das Anfassen der Griffe die Position verändert dann kann ich sehr unsanft auf dem Boden landen. (ja, auch das passierte mir beinahe)

Sollte ich eure Hilfe einmal ablehnen und ihr seht dann aber, dass ich doch welche brauche z.B. bei einer Gleisüberquerung bei der ich doch in irgendeinem dummen Loch stecken blieb, dann wäre es nett wenn ihr nochmal kommt und mir helft und das vielleicht ohne dass ihr mir ewig erklärt dass ihr euch das ja gleich gedacht habt und ich ja jetzt sehen würde das ich eure Hilfe brauche.
Das dürfte aber selten vorkommen, denn eigentlich weiß ich um meine Fähigkeiten und Defizite.

Und bitte: Diskutiert nicht mit mir ob ich auch wirklich(!) keine Hilfe brauche, ich überlege mir meine Antworten normalerweise sehr gut und möchte nicht darüber diskutieren müssen

Und redet bitte einfach mit mir, ich spreche eure Sprache und antworte euch auch.
Und vergesst bitte nicht, ich bin nur ein normaler Mensch, das heißt auch ich hab mal einen schlechten Tag, noch keinen Kaffee getrunken, mich gerade über jemanden/etwas geärgert etc es kann also auch mal vorkommen das ich euch nur kurz und knapp oder auch mal etwas ruppig antworte, ihr müsst dann nicht denken das alle Rollstuhlfahrerinnen unfreundliche Nüsse sind sondern einfach dass ich gerade eben (entgegen meiner sonstigen Natur) unfreundlich war aus irgendeinem ganz normalen Grund.

Besonders leicht ruppig werde ich übrigens wenn Rollstuhlplätze blockiert sind und die Bahn/der Bus gleich losfährt und das für mich bedeuten würde eine Runde durch den Bus/die Bahn zu rutschen. Dann halte ich mich auch mal nicht mit sehr vielen Floskeln auf sondern es zählt nur zu einem sicheren Stellplatz zu kommen, weil es sonst für mich gefährlich sein könnte.

Ich schätze es zum Beispiel nicht wenn ich unmittelbar vor der Frontscheibe des Busses stehe und Menschen nur zu faul sind mir in dem (leider) schmalen Gang Platz zu machen damit ich zu dem Stellplatz komme. Busfahrer haben manches Mal abenteuerliche Fahrstile und für eine weitere Fahrt ist das mir schlicht zu gefährlich dort, ich will am Ende noch aussteigen können ohne mir meine Zähne bei einem Bremsmanöver an der Metallstange im Durchgang ausgeschlagen zu haben (die ist da nämlich in der Nähe meines Kopfes).
Wenn ich darum bitte dass man mich durchlässt meine ich das also auch so und dann braucht ihr nicht sagen "Wollen Sie da wirklich durch? Sie können doch auch hier stehen bleiben" - ich könnte das theoretisch, einfach weiel meine Räder dort Platz haben, aber eigentlich ist das viel zu gefählich, für mich und für euch denn wenn ich bei Brems-/Gasgebaktionen umkippe dann treffe ich auch euch.

Ja, dann kann ich unfreundlich werden, schon wei mein Kopf eigentlich mit den wichtigen Dingen beschäftigt ist wie z.B. nicht umkippen, nicht rutschen und mein Ziel ist einen sicheren Platz zu erreichen in sehr begrenzter Zeit - das Fahren in einem fahrenden Bus ist nämlich ein bisschen anstrengender als im stehenden.
Da könnt ihr euch dann hinterher auch über den unfreundlichen Rollstuhlfahrer auslassen, ich wäre freundlich geblieben wenn ihr mir nicht hättet erklären wollen was ich bestimmt kann und mir dadurch die Situation erheblich erschwert hättet.

ich bin eigentlich immer höflich, das gehört sich so - aber ich muss es nicht immer sein, das ist etwas normales und auch mein Tag kann mal beschissen sein - ob ich es dann bleibe hängt aber auch von euch ab.
Ich bedanke mich im Normalfall auch immer (auch wenn mir jemand die Kaufhaustür aufhält) gehe aber immer mehr dazu über das bei Hilfe die mir nichts half zu unterlassen.

Man darf mir auch gerne Fragen stellen und man muss auch seine Kinder nicht von mir wegzerren nur weil sie neugierig sind, allerdings kommt es auch durchaus vor das ich mal in Eile bin und keine Zeit habe weil die Uni ruft oder so.

Dienstag, 12. Oktober 2010

2. Tag der Buchmesse, Donnerstag

Der Mobserv war gebucht, der Tagesplan sah folgendermaßen aus:
10:30 Uhr Ferdinand v. Schirach, ARD-Bühne
11:15 Uhr Sind wir nicht alle ein bisschen Ego v. Precht, Halle 4.1 B139
12 Uhr Flattr und die Buchbranche, Halle 4.0 D1352
13 Uhr Web 2.0 in der Buchbranche
(bei beiden Vorträgen war ich mir gar nicht sicher ob ich da als "Normalo" reindurfte)
13-14 Uhr Sebastian Fitzek am Droemer Knaur Stand
13:30 Uhr Zoran Drvenkar "Du", Halle 4.1 Q561
14 Uhr Lesung Studentenleben, Lesezelt
14:15 Uhr Twittagessen "Aubergine"
16 Uhr Lesung Oliver Rohrbeck, Halle 3.0 F365

Ein wunderbarer Tagesplan mit vielen Terminen de ich gerne sehen wollte.
Allerdings war mir beim Aufstehen morgens um 6 schon so übel, dass ich den Messetag kurzerhand strich und mich beim Mobserv via Mail abmeldete.
Als es mir später besser ging wäre ja das rechtzeitige Vormelden eher schwierig gewesen und so fiel der Messetag für mich ins Wasser :(
Ich nutzte ihn dann um meinen Muskelkater mit meinem Heizkissen zu pflegen so dass er freitags wieder weg war.

Fotos 1. Tag der Buchmesse, Mittwoch

So, weil der andere Beitrag ja so elend lang ist und ich ja immer noch nicht weiß wie man da so ne "weiterlesen" Verlinkung hinbaut pack ich die paar Bilder einfach in einen extra Artikel.

Mein erstes Foto ist von dem Blauen Sofa und Roger Willemsen, da der ja schon sprach hatte ich natürlich keine Platzauswahl mehr und so stand ich anfangs noch recht gut in der 2. Reihe (zwar sehr schräges Blickfeld) und die Fotografen standen noch nicht direkt vor mir, später änderte sich das leider und ich sah nur noch Hinterteile oder mit Verrenkungen zwischen Beinen durch :/
Da war noch gute Sicht auf Roger Willemsen
Wer mich schon immer sehen wollte ;) Die Pfeile markieren wo ihr mich findet *G*

Wie gesagt, die Sicht war nicht ganz so berauschend...

Als nächstes war ich an der ARD Fernsehbühne, dort war die Sicht dann so:

Dank den schrägen Tischbeinen, der Stufe und den dicht gestellten Hockern hat man als Rollstuhlfahrer von der Seite 0 Chance mal gut zu sehen...
Die Bühne kann man aber da vorne erahnen:


Und das war dann die mein Stellplatz als Till Brönner auf der Bühne war :(

hübsch der Till hm? ;)

Mit ein bisschen mehr verrenken konnte ich dann immerhin Till tatsächlich mal sehen:


Lange hielt ich die Verrenkungen dann aber nicht durch, es tat weh - also weiter Kamera und Rücken angekuckt (und gegen Ende setzte sich dann auch noch eine Frau auf einen bisher freien Hocker und ich konnte eh nix mehr sehen).

Danach gabs den Beinahezusammenstoß mit Glööckler, den hab ich dann auch noch geknipst



Und dann begegnete ich dem wahrgewordenen Traum - das Regal von Droemer Knaur, allerdings zeigt das Bild nur 1 Teil davon (eigentlich besteht es aus 2 solch halbrunden Riesenteilen) und geht auch nach rechts noch etwas weiter.


Hier nochmal ein Bild mit beiden Regalen, beide sind innen und außen mit verschiedenen Büchern bestückt


Das Bild der beiden Regale ist vom Rowohlt Stand aus gemacht und dort sah ich auch noch Sascha Lobo
(Bild ist mit dem Handy gemacht, fand ich irgendwie passender fürs Web 2.0 *fg*)


Und der letzte Termin war dann wieder Till Brönner, diesmal bei der FAZ, da saß ich dann in der 1. Reihe nd wollte Herrn Brönner nicht so direkt das Gesicht vollblitzen.

Montag, 11. Oktober 2010

Buchmesse 2010 - Mittwoch, 1. Tag

(Bilder kommen noch)
Dieses Jahr sollte sie anstehen, endlich, meine erste Buchmesse ... seit Jahren schon stieß ich jedes Mal wenn ich wieder erst in den Nachrichten daran erinnert wurde einen lauten Schrei aus (sehr zum Leidwesen der dann Anwesenden) "aaaaaaaah Büüüüücher, ich will da hiiiin".
Letztes Jahr war es fest eingeplant - und ich lag mit 40° Fieber in meinem Bett und schaffte es noch nicht einmal richtig dem Livestream des Blauen Sofas zu folgen.

Dieses Jahr stellte sich pünktlich zur Buchmesse ebenfalls wieder erhöhte Temperatur ein, die "ich bin total platt und will nur schlafen" Phase konnte ich aber vor der Messe überwinden und so konnte ich am Mittwoch, nach einer Nacht mit wenig Schlaf (3 Stunden - ich war wohl doch zu aufgeregt) und fiebersenkenden Medis bewaffnet (man weiß ja nie ob man es braucht) in den Zug.
8:21 Uhr war Abfahrt, das hieß um 6 Uhr aufstehen denn ich musste ja erst noch um 7:28 in den Bus, um rechtzeitig 10 min vor Abfahrt auf dem Gleis zu sein, und es bedeutete, dass ich so gegen 10 Uhr auf der Messe ankommen sollte.

Natürlich bin ich erst mal sehr zielsicher mit dem falschen Aufzug zur S-bahn gefahren ;) Also, wieder hoch und wieder runter und dann ab zur Messe.
Dort dann den Leuten auf der Rolltreppe nachgeschaut und ab zum Aufzug :)
Und dann stand ich, nach leichter Quälerei mit der Eingangstür - automatisch öffnende fallen wohl unter Luxus - im Gebäude und sah als erstes den Taschendurchsuchungstisch, also brav dort hin. Da ich keine Messer oder Waffen dabei hatte durfte ich dann weiter ;) (liebe Kontrolleure, WENN ich sowas reinschmuggeln wollte dann sicher nicht in meinem Rucksack ehrlich gesagt).
Oben an der Wand war dann rechts ein kleines, grünes Rollstuhlsymbol also bin ich da mal hingefahren und stand vor einem verschlossenen Glastürchen. Der Mann in der Kassenkabine nebenan wirkte leicht überfordert als ich sagte "ich bin mal dem Symbol gefolgt und hoffe das ich hier richtig bin" er suchte dann mit den Augen das Symbol und seinem Blick nach schien er es nicht zu sehen ;), dann schaute er ratlos auf grüne und rote Knöpfe vor sich und probierte dann mutig den grünen aus - tadaaa das Törchen öffnete sich und ich war drin :)

Dann folgte ich einfach der Masse, blind sollte man das nicht tun ;) Ich erkannte die Rolltreppe immerhin noch rechtzeitig und konnte in Richtung Aufzug abbiegen *G*
Der Aufzug war der einzige auf dem Gelände der total alt aussah und komische Knackgeräusche von sich gab.
Wirklich doof war aber das es dort keinerlei Beschriftung gab, nur Knöpfe mit "0", "1" und "2" und ich wusste gar nicht in welchem Stock ich eigentlich gerade bin. Also drückte ich auf "0" und landete draußen und vor irgendeiner Halle in die ich einfach mal rein bin ... es war eine Halle mit ausländischen Verlagen und es waren wohl nordische Verlage oder so.
Dort bin ich relativ zügig wieder raus ;) und dachte etwas ernüchtert "das ist also diese Messe auf die du seit Jahren hinfieberst ... nunja ... sieht leer aus und du verstehst kein Wort".
Dann ging es außen an der Halle vorbei, eine leichte Steigung hoch und ich sah etwas neidisch den nicht barrierefreien Messebussen hinterher ...
Dann bin ich sehr spontan in Halle 4.1 abgebogen und dort hatte der Termin mit dem argentinischen Autor Ariel Magnus und seinem Buch "Der Chinese auf dem Fahrrad" noch nicht begonnen und ich war zu hibbelig um dort zu stehen und zu warten ;) also weiter durch die Halle in der Büüücher waren und POSTKARTEN - verdammt, auf Lesezeichen war ich vorbereitet und hatte versucht den Lesezeichensammler in mir zu zügeln, aber niemand hatte mich vor Postkarten gewarnt .... ächz ... und dann waren es auch noch Karten mit der Maus aus "Die Sendung mit der Maus" und noch vom Maulwurf und Petzi und andern tollen Kinderfiguren, so wie auch wirklich welche mit witzigen Motiven/Sprüchen ... 10 Stk - 7,50€.
Ich war tapfer und bin unter Bezwingung des Kartenkaufteufelchens weiter - aber es war ja nicht der einzige Kartenstand ...

Eigentlich sah mein Mittwochsplan so aus:
10:30 Chinese auf dem Fahrrad, Magnus, Halle 4.1 Q561
11:30 Blaue Sofa, Willemsen, Übergang 5/6
12:30 Till Brönner, ARD Fernsehbühne, Ebene 0 Forum
13 Uhr isländische Krimis, Halle 5.0
13:15 Analphabet liest, Halle 4.0
15:30 Grauzone Hirntod, Halle 3.1 E170
16 Uhr Till Brönner, Gespräch FAZ, Halle 3.1 D154
16 Uhr Sascha Lobo, Halle 3.1 D101 (da geht etwas länger als Brönner)
17 Uhr Leonie Swann, Autor am Stand, Goldmann, Halle 3.0 E109
und via Twitter dann schon auf der Messe aufgeschnappt
13:15 Leonie Swann, Garou, Halle 3.0 E111

Wie man sieht überschneidet sich einiges, das wollte ich mir so flexibel wie möglich halten denn ich habe ja kein Smartphone und kann deshalb mit meinem normalen Handy nur beschränkt ins Internet und der Messekatalog in gedruckter Form kostete 23€ - zu teuer nach meinem Empfinden.
Also musste alles sehr genau im Voraus geplant sein, denn sonst wäre ich rettungslos verloren gewesen.

Nachdem ich den 1. Termin also schon mal strich machte ich mich auf dem Weg zum "Blauen Sofa" des ZDF, das muss man ja eh mal gesehen haben ;) Außerdem wollte ich wissen wo es ist - die Gänge sind lang und mehr als antreiben kann ich meine Räder ja nicht.
Ich hab es auch gefunden, und stellte fest das Roger Willemsen da schon längst saß obwohl es noch vor 11 war - man hatte den Termin vorgezogen weil die Vorgängerin nicht kam - hmpf!
Das was ich noch hören konnte fand ich aber sehr interessant und unterhaltsam.
Sehen konnte ich nicht sehr viel - wenn nur unter merkwürdigen Verrenkungen (und das auch nicht all zu lange) - denn ich stand seitlich zum Sofa und die Presse erwies sich leider als ziemlich rücksichtslos und platzierte sich genau vor meinem Rollstuhl (nachdem er sich vorbeiquetschte und noch mit der Kamera am Griff hängen blieb).
Auffällig war auch, dass ich den Eindruck hatte der ZDF Kameramann filmte ab dem Zeitpunkt an dem ich da stand eigentlich nicht mehr in die Richtung, erst wieder als ich durch die Kameraleute total verdeckt war, alle anderen Richtungen wurden weiterhin gefilmt ;)
Hey ZDF - SO hässlich ist mein Rollstuhl nun auch nicht ;)
Roger Willemsen sprach über seine Reisen die er auch in seinem Buch "Die Enden der Welt" beschreibt und er war wirklich sehr sympathisch und locker. Jetzt versteh ich warum @buchkolumne und @krimimimi33 ihn so toll finden :)

Laut Ansage sollte Roger Willemsen dann noch über Argentinien reden, die ja das diesjährige Gastland waren, und ich machte mich dann auf die Suche nach dem Forum um Till Brönner auf der ARD-Fernsehbühne zu lauschen. Ich finde ja die Stimme von Till Brönner total toll und hör ihn einfach gerne reden, daher war das ein "auf jeden Fall Pflichttermin" :)
Ich folgte also den Schildern zum Forum und landete dann in irgendeinem Gang wo mir durch viele Schilder mitgeteilt wurde ich solle doch bitte die Rolltreppe nach unten nutzen um zum Forum zu kommen. Einen Aufzug sah ich nicht während ich langsam durch den Gang fuhr und auch ein Hinweisschild schien man für überflüssig zu halten, vielleicht waren die Schilder durch die Rolltreppenhinweisschilder schon aufgebraucht? ;)
Ich fuhr da 2mal hoch und runter und fand nix (der Gang hatte eine leichte Steigung), also sprach ich eine Zettelverteilerin an, die konnte mir aber außer "Tut mir leid weiß ich auch nicht und seh ich jetzt auch keinen Hinweis" auch nix sagen.
Also ab zum Infotisch, Antwort "hmmm ... (er kuckt den Gang hoch) da vorne irgendwo ... wenn Sie da links fahren dann ist da einer ... glaub ich"

Soso ... er glaubt .. na fein ... also wieder bis ans Ende des Ganges gefahren (die Steigung hoch), nach links abgebogen und vor Klos gestanden - immerhin konnte ich von oben auf die Fernsehbühne schauen aber leider nix hören. Aber siehe da - zwischen Glasfront und Wand der Klos ist ein schmaler Gang, langefahren und in einem Restaurant gestanden um dann hinter einer Tür einen relativ großen Vorraum zu sehen und dort einen Aufzug zu finden. Naja, Aufzug im Restaurant ist ja auch mal was neues ...
Im Aufzug dann das nächste Problem, wieder keinerlei aussagekräftige Beschriftung nur solche Dinge wie "0, OF, 1, via" 0 war der richtige Knopf, 0F führt eine halbe Ebene zu hoch und dann steht man vor Stufen.
Fährt man aus dem Aufzug raus steht man vor 3 Türen, alle weiß, eine vorne, links und rechts, einzige Beschriftung der einen "Brandschutztür", aber da ich Gemurmel hörte hab ich die linke probiert und traf beim Öffnen (etwas schwergängig) fast den dahinterstehenden Securitytypen.

Die ARD-Fernsehbühne war dann leider nicht sonderlich barrierefrei gestaltet - sehr schade, eigentlich hätte ich das irgendwie erwartet.
Vor der Bühne war eine weiße, glatte Fläche die über eine Stufe zu erreichen war, auf der Fläche standen Sitzhocker für alle und Kameras, daher war es schwierig da einfach schwungvoll an der einen Stelle wo es ging hochzukommen, ich hatte Angst ich werf dann versehentlich die Kamera um oder so. Einfach dort davor stehen bleiben ging auch nicht weil man dann so seitlich stand dass man das Publikum sah aber keinen Gast.
Also bin ich hinter das Publikum gefahren, auch keine Lösung denn direkt vor der Stufe standen einige hohe Holztische mit so Barhockersitzdingern und zwischen den Tischen war kein Platz sich durchzuquetschen um auf die weiße Fläche zu kommen und sich durch die Hocker zu pflügen.
Also stand ich hinter allen (die im Sitzen immer noch meist größer sind als ich) und vor allem direkt hinter einer Kamera (denn die standen an den Stellen wo keine Tische waren) und dem Kameramann.
Mit einer auf Dauer schmerzhaften Verrenkung nach links konnte ich dann immerhin so lange bis sich eine Frau hinsetzte sogar Till Brönners Kopf sehen.
Liebe ARD, da könntet ihr echt etwas verbessern, so taugt das nix...

Das Gespräch mit Till Brönner über sein Buch "Talking Jazz" war ganz nett, er sprach über seine musikalischen Vorbilder, kurz über X-Factor, über Brüche im Leben und über den Jazz.

Dann wieder in den Aufzug und beschlossen die Fernsehbühne nur noch wenn da was wirklich wichtiges ist aufzusuchen, es ist mir zu nervig nur Hintern und Köpfe zu sehen.
Im Aufzug dann wieder das heitere Ratespiel "welchen knopf muss ich drücken" - 1 ist es nicht, via war der richtige ...

Dann wieder in Halle 4.1 beim Eichbornverlag vorbei, denn das rote Sofa wolte ich mir ja auch ankucken ;) Und dort entdeckte ich dann wunderschöne Postkarten zum mitnehmen, Highlight ganz klar die Postkarten zum Buch von Shrigley - die waren witzig und toll. Von allen Karten wanderte also eine in meinen Rucksack - ich bin ja nicht gierig - im Nachhinein ärgere ich mich das es nur 1 war, denn ich hab sie noch am selben Tag verschenkt und nun selbst keine Shrigleykarte mehr weil sie dann aus waren. Mittlerweile begegneten mir immer mehr Menschen die tolle Taschen rumtrugen, z.B. Plastiktaschen von Langenscheidt oder eine weiße mit dem Aufdruck "Eine Tasche voller Spannung", mangels Netz musste ich mich aber darauf verlassen dass ich den Stand schon finden werde ;).

Dann gings weiter in Halle 3.0 - zum Piper Verlag, dort dann gesehen das Klüpfel & Kobr an den Stand kommen an den nächsten Tagen und mal spontan riesig gefreut :) und mich gewundert denn eigentlich ist freitags die Premiere von "Rauhnacht" am Landestheater in Memmingen, die würde aber mit dem Aufenthalt auf der Messe am Donnerstag, Freitag und Samstag kollidieren ;).
In der Halle hab ich mich dann auch rettungslos verfahren und war dann von der schier nicht enden wollenden Suche nach dem richtigen Ausgang so genervt dass ich am liebsten sofort nach Hause wäre...
(der Ausgang zum Aufzug mit dem man die Ebene wechseln kann ist nur auf 1 Seite)
Ich war mittlerweile völlig reizüberflutet von den vielen Verlagen, Menschen, Gängen und total müde.

Das nächste Ziel musste dann also (nachdem ich irgendwann den Ausgang fand) der TAZ-Stand sein, denn via Twitter wurde mir der Kaffee als sehr gut und gratis ans Herz gelegt. Die Beschreibung Halle 3 oben, vorne, mitte half mir leider nicht so ganz weiter ;)
Aber ich habs dann gefunden irgendwann und dann auch gleich die FAZ-Bühne entdeckt auf der ja Till Brönner nochmals sprechen sollte.
Auch der Stand von Droemer Knaur war in der Halle, sowie auch der von Rowohlt - an letzterem entdeckte ich dann ziemlich problemlos Sascha Lobo (normalerweise hab ich echte Probleme Menschen zu erkennen) und bei Droemer Knaur war ich überwältigt von den beiden riesigen Regalen - das war echt Wahnsinn und schien wie ein wahrgewordener Traum :) Die Regale waren innnen und außen mit unterschiedlichen Büchern verschiedener Genre befüllt.
Iny Lorentz hab ich dort auch am Stand gesehen, war aber vom Regal so überwältigt das ich sie nicht fotografiert hab *G*.
Der Kaffee bei der TAZ war wirklich sehr lecker und ich habe dann dort noch von den Schokobrownies probiert, alter Schwede waren die lecker! ich habe sofort und ohne zu überlegen eine Tüte gekauft, sooooooo lecker!!

Dann ging es zu Till Brönner und der FAZ Bühne, im Gegensatz zur ARD konnte man dort hochfahren und ich stand in der ersten Reihe, nur 2m oder so von Till Brönner entfernt - he's so charming - das Gespräch zwischen Brönner und Ulrich Olshausen war deutlich informativer und tiefgehender als das vorher bei der ARD, man spürte bei beiden ganz deutlich das sie die Liebe zur Musik/zum Jazz verbindet und das auch H. Olshausen Ahnung zu haben scheint von dem was er fragt, es machte wirklich den Eindruck als hätte er das Buch gelesen und sich mit ihm beschäftigt.
Müsste ich wählen würde ich immer wieder das Gespräch bei der FAZ wählen.

Dann wollte ich schnell zu Lobo und fuhr zum Rowohlt-Stand weil ich dachte die Lesung aus "Strohfeuer" wäre dort, möööp Fehler gemacht: gedacht statt auf dem Zettel nachgelesen, sie war in einem andern Gang/an einem andern Stand und so bekam ich davon nix mit.

Beim durch die Gänge streifen bekam ich auch noch ein Stück vom Gespräch über "Grauzone Hirntod" mit, aber das war an einem Stand eines kirchl. Verlages und das merkte man - also bin ich dort wieder weg.

Die Lesung von Leonie Swann mittags wollte ich gerne hören, denn "Glennkill" fesselte mich nicht wirklich und ich hoffte da vielleicht jetzt einen andern Zugang zu bekommen beim neuen Buch. Leider hatte ich mir den Namen des Verlages nicht notiert und ich fuhr zwar den ganzen Gang E ab, konnte aber nirgendwo jmd lesend entdecken.

Ebenfalls auf Twitter (ich ging immer mal wieder kurz online, denn Twitter geht ja selbst auf einem nicht so großen Handy *G* aber ich habe keine inetflat fürs Handy deshalb immer nur kurz) las ich das Glööckler bei Bastei Lübbe sein Buch vorstellt, bis zum dem Zeitpunkt wusste ich gar nicht das er eins hat und ich bin dort hin um zu sehen ob er mir real auch so unsympathisch/nervig erscheint wie im TV.
Allerdings war dort eine Menschenmenge und ich sah wieder nur Hinterteile und Beine und deshalb blieb ich nicht stehen.
Als ich da aber später in der Halle den Ausgang suchte fuhr ich fast in ihn rein, da war sein Termin am Stand schon ewig rum und ich fuhr da todmüde und desorientiert den Gang lang und habe nur weil ich die Stimme noch zuordnen konnte und sie mich irritierte genau geschaut und noch rechtzeitig gebremst - ich bin dann wieder ein Stück zurück, denn meine Motivation ausgerechnet in ein RTL Interview zu rollen hielt sich in engen Grenzen ;)

Den Abendtermin mit Leonie Swann musste ich streichen, denn da musste ich schon zum Zug, denn um 18:06 sollte es wieder gen Heimat gehen und ich sollte ja 10 min vorher am Gleis stehen in FFM Hbf.
Rückweg zur S-Bahn dann von Halle 3.1 in 7min geschafft ... ächz ...

Den Bus um viertel vor 8 hab ich dann auch noch gerade so gekriegt und war dann gegen viertel nach 8 sehr erschöpft aber mit einer Langenscheidt-Tasche (gabs immer zur vollen Stunde ein begrenztes Kontingent und eine nette Frau schenkte mir ihre, während sich sonst auch dort wieder zeigte das Buchmenschen nicht zwingend rücksichtsvoll sind, sondern wenn es um diese Taschen geht eher gierige Piranhas sind) wieder zuhause nachdem ich also 7 Stunden eigentlich nonstop auf der Messe rumfuhr. Das war auch deutlich merkbar an meiner Muskulatur im Schulter-/Nacken-/Armbereich und an meinen Daumen bildeten sich leichte Schwielen an der Daumeninnenseite (am mittleren Gelenk).

Fazit des Tages
: Bei ARD und ZDF sitzt man nicht in der 1. Reihe, bei der FAZ schon! Und: TAZ hat tollen Kaffee für den ich sogar gezahlt hätte. (die Spendendose hab ich erst am andern Tag entdeckt)

Schade war, dass man eine Ausgabe der "ZEIT" nur bekam wenn man ein Probeabo abschloss das man selbst kündigen muss, sonst geht es in ein normales Abo über. Andere Zeitungen waren da kundenfreundlicher (und weniger datengierig, denn die Zeit brauchte dann ja Adresse und Kontodaten) und man konnte sich entweder Exemplare einfach so mitnehmen wie u.a. bei der Süddeutschen, der FAZ, der Welt und auch der TAZ. Die TAZ hat darüber hinaus auch nur Probeabos die von selbst auslaufen.
Hättet ihr das auch liebe Zeit dann hättet ihr euch vielleicht nicht wundern müssen das kaum jemand eure Zeitung haben will - als ich dort vorbei fuhr sprachen sie gerade darüber, dass sie ja noch kaum was losgekriegt haben.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Ich liebe es

Die Bahn ... immer wieder für nette Geschichten gut...
Am 1. Buchmessetag lief ja alles erstauuunlich glatt - zumindest von Seiten der Rotkäppchen, man stand schon an der richtigen Tür und holte mich zügig aus den Zügen. Wunderbar, dafür meldet man sich ja vorher extra an.

Am Freitag lief das so ab:
Ich bin wieder brav vorangemeldet (seit Mittwoch) und beim Einsteigen am hiesigen Bahnhof klappt auch alles wunderbar, okay das Rotkäppchen war nicht wirklich gesprächig aber das macht ja nix.
Der Zug fährt unterwegs 9 min Verspätung wieder rein weil er so ein alter Zug ist und die Bremsen dass da lt. Lokführer aushalten, wir sind also pünktlich in FFM.
Viele Menschen mit Rädern steigen aus, der erste fragt netterweise ob ich Hilfe brauche und ich sage ihm dass ich vorangemeldet bin und da eigentlich der Hublift stehen sollte - sehen kann ich es nicht denn ich kann wg den Stufen ja nicht bis zur Tür fahren.
Es taucht jedoch keine rote Mütze auf und man hört auch kein Hubliftgeklapper.

Dann kommt der richtig wortkarge Schaffner, kuckt mich an, kuckt den langen Bahnsteig hinunter, sagt immer noch kein Wort. Dann nimmt er das Telefon und es dauert etwas bis er spricht "ja, ich hab hier ne Rollstuhlfahrerin im Zug sitzen, die solltet ihr rausholen"
Mittlerweile kommt auch der Lokführer (Frankfurt = Kopfbahnhof - ganz ohne Frankfurt 21 ;) ) wundert sich über meine Anwesenheit und erzählt mir das mit den Bremsen.
Der wortkarge Schaffner sagt "Kommt gleich jemand"
Und das Warten beginnt ...

Zwischenzeitlich steigen die ersten Fahrgäste ein die in meinen Herkunftsort wollen, ich sehe meinen Termin bei von Schirach platzen, habe aber viel Spaß mit einem Fahrgast der mir vorschlägt ich solle doch immer wenn was nicht klappt 10 Euro verlangen als Entschädigung, er hätte schon oft mitgekriegt dass das nicht so klappt ...

Nach etwa 10 Minuten höre ich das ersehnte Klappern... der Schaffner wurde zwischendrin leicht unruhig denn in etwa 5 Minuten soll der Zug eigentlich abfahren und ich warte ja noch...
Das Rotkäppchen macht die Tür auf und sagt "Da haben wir Sie wohl vergessen, aber wir sind ja auch nur zu zweit heute"
Mehr als "ääh - aha" fiel mir nicht ein... *koppschüttel*

Daher stand hatte ich abends dann das Erlebnis am Servicepoint, denn ich war viel zur früh da und wollte so zum Zeitvertreib nur mal fragen ob man denn diesmal an mich denkt...
Am hiesigen Bahnhof klappte wieder alles wunderbar.

Heute lief es so ab:
Selbes Rotkäppchen wie am Tag zuvor, der zwar keine Ahnung hat das 2 Rollstühle gen Frankfurt wollen aber sehr unkompliziert ist. Ich erwähne noch dass ich es extra ins Kommentarfeld schrieb, er sagt steht nix da (ihr könnt meine Bestätigung nachher sehen). Er sagt ganz von sich aus das er es in FFM vormeldet und sagt das der Hublift gebraucht wird (auch das gab ich in der Voranmeldung an).
Der Zug erreicht Frankfurt und man sieht ein Rotkäppchen, ich sage schon "wow" und dann fällt mir auf, dass gar kein Hublift da steht.
Ja, sie hätte gedacht sie kuckt erst mal so...

Wie jetzt?! Sie kuckt erst mal so?! Können Rollstühle durchs kucken fliegen lernen oder verschwinden dann etwa Stufen oder so? Und war nicht der Hublift von mir vorangemeldet und von dem Heimatrotkäppchen sogar nochmals bestätigt?! Bin ich in Hogwarts und der Zug ändert zwischendurch die Bauweise?
Die Dame überlegt noch kurz stellt dann aber - welch Wunder - fest, dass sie wohl wieder an das Ende des Gleises laufen muss um den Hublift zu holen (die Gleise in FFM sind nicht sooo kurz und wir waren im allerletzten Wagen, wie das so üblich ist). Sie wackelt also los, kaum war sie weg sagt der völlig irritierte Schaffner "Wo war jetzt denn das Problem? Das war doch korrekt gemeldet und es war doch völlig logisch dass sie den Hublift braucht, ich versteh das nicht ... die sind alle irgendwie komisch hier, irgendwie dumm - sowas kommt dauernd vor"
Der Lokführer kommt, erfährt warum wir noch im Zug stehen und sagt sofort "wie die hatte keinen Hublift dabei?" und schüttelt den kopf ...

Nach gut 10 Minuten hört man das vertraute klappern ... juhu wir dürfen aus dem Zug :D
(natürlich wurde uns auch mitgeteilt wir sollen doch ganz vorne in die S-Bahn steigen..., auch freitags wurde es mir wieder geraten ... ich habe verzichtet und war renitent *fg*)
[caption id="attachment_184" align="aligncenter" width="300" caption="Voranmeldung"][/caption]
Am hiesigen Bahnhof klappte auch heute alles perfekt - danke ihr Rotkappen!

Wer lesen kann ...

ist klar im Vorteil - so sagte man mir in meiner Kindheit öfter mal ;) Lesen konnte ich aber zum Glück und dank Grimms Märchen in größeren Druckbuchstaben schon sehr früh.

Gestern war ich nun nach meinem 2. Tag auf der Frankfurter Buchmesse vor dem Servicepoint des Frankfurter Hbf, hinter mir ein Teeniemädel.
Teen: (laut, empört) Ja, woher ich denn das wissen - diese Idioten denken wohl man kann hellsehen
ich: ?!
Teen: Ja, da steht NIRGENDS dass das der Servicepoint ist - woher soll man dass denn dann wissen diese Spackos
ich sehe links oben und rechts oben direkt über dem Servicepoint Schilder auf denen in deutscher Schrift "Servicepoint" steht, denke: ?! hm okaaay wer lesen kann ...
Teen: Ja, das steht da echt nirgends die denken wohl man kann hellsehen oder so .... Ich schieb der gleich eine ey ...
ich ducke mich mal etwas und rolle dezent so weit wie möglich vor, checke aber endlich, dass das Mädel telefoniert als ich mich mal sicherheitshalber umdrehe
Teen: Ja ey, die stubst mich da an ey obwohl die sieht das ich nen vollen Rucksack hab ... ich schieb der gleich eine ey
ich denke "okay, ich wars nicht, sie steht hinter mir ich kenne ihren Rucksack nicht"
Teen: Drecks Scheiß Buchmesse ey, lass mich in Ruhe damit, ich will nur zu meinem Ollen
ich denke "öhm ja ... sie liest also nicht ... okay erklärt vielleicht das Schilderproblem"
Teen: Da stehen ... eins, zwei, drei (zählt durch) acht Leute vor mir ey und ich will nur ne Auskunft wann meine verdammte S-Bahn fährt aber das steht hier NIRGENDS - hier stehen nur die Bahnzeiten voll bekloppt ey"
Ich drehe mich leicht um, zeige bedächtig nach links und sage ganz freundlich "Da drüben da ist ne ganze Tafel nur für die S-Bahn Züge" (die Tafel ist eigentlich nicht zu übersehen, sie hängt auch genau dort wo es zur S-Bahn geht)
Teen: "ja, aber ich brauch ja .... oh ja ... stimmt"
sprachs und war weg

Nunja ... wer lesen kann ist klar im Vorteil ;)

Samstag, 9. Oktober 2010

Pauschalisieren? Ja? Nein? Vielleicht?

Heute war der 3. Tag der Buchmesse - für mich der 2. an dem ich dort war und über den restlichen Tag werde ich nach morgen abend schreiben (denn das wird wohl mein letzter Buchmessetag werden).
Eines meiner heutigen Highlights war auf jeden Fall Sebastian Fitzek auf dem "Blauen Sofa" des ZDF, ich liebe die meisten von Fitzeks Büchern und fand ihn immer äußerst sympathisch in Lesungen/Interviews, so war das um 13:30 natürlich ein Pflichttermin.
Eher zufällig hatte ich gesehen dass danach Thilo Sarrazin auf dem Sofa sitzt und hatte mir überlegt mir zumindest mal so lange anzuhören was er sagt bis es mir zu arg wird.
Das war der Plan.
Ich bin recht früh schon zum Sofa und Reinhold Messner sprach noch über sein Buch, hieß glaub ich "on top" und nachdem ich dort noch eine schlechte Sicht hatte konnte ich durch die sich leerenden Plätze dann einen recht guten links vor dem blauen Sofa ergattern (direkt unter/vor einer Kamera), nicht bedacht hatte ich dass ich dort eingekesselt bin... das war auch bei Fitzek noch in Ordnung, bei Sarrazin war mir durch zu meinen Füßen sitzende Teenies (die aber sehr höflich fragten - und mal ehrlich ob sie stehen oder sitzen ist unerheblich) und vor allem durch gefühlte 100 Pressefritzen/Fotografen die ich bei andern Sofabesuchen schon als rücksichtlos kennenlernte jeglicher Flucht-/Ausweg versperrt.
Also musste ich bis zum bitteren Ende bleiben - und ganz ehrlich ich wäre am liebsten nach 5 min wieder weg.

Ich bin dort ganz bewusst geblieben weil ich sehen wollte wie der Mensch real wirkt wenn er seine Thesen vertritt, mir war es unvorstellbar das man sich zB so oft widerspricht und in div. Talkrunden wirkte er auf mich ab und an etwas überfordert.

Real wirkte er überhaupt nicht überfordert sondern ganz im Gegenteil, sehr von sich eingenommen, das begann schon damit dass er das Gespräch damit begann in dem er sehr viele Zahlen seiner Auflage in den Raum warf (die Moderatorin hatte gefragt ob er durch sein Buch/seine Thesen bessere Verkäufe provozieren wollte) und dann hieß es da u.a. "es waren so 50.000 Exemplare geplant, im Weihnachtsgeschäft vielleicht auch 75.000", das wollte er offenbar als kleine Auflage darstellen, dabei hatte ich keine halbe Stunde vorher bei Fitzek gehört das seine ersten Bücher mit einer Auflage von 4.000 Büchern in Druck gingen und geplant waren und er das selbst damals als viel empfand ...
Auf mich wirkte Sarrazin in dem Punkt etwas selbstbeweihräuchernd und ich glaubte ihm weder das er die Auflage gering empfand noch dass es ihn wirklich überraschte das mehr verkauft wurde.
Schon da wäre ich gegangen wenn ich gekonnt hätte, weil mir einfach die Art widerstrebte.

Im Laufe des Gesprächs ging es dann u.a. um Taktlosigkeit, die Moderatorin sagte dass in dem Buch ja schon so manches eher taktlos wäre und Sarrazin antwortete ihr darauf dass man gar nicht von Taktlosigkeit sprechen könne, weil man das nicht sagen könne wenn sich etwas auf eine gesamte Gruppe beziehe, das sei dann nicht taktlos, außerdem wenn Dinge korrekt wären könnten sie nicht taktlos sein und wenn man über Dinge spräche für die niemand etwas kann wie z.B. Behinderung (ja er nannte das wirklich) dann könnte man da auch nicht taktlos sein wenn man darüber spricht.
Das ließ mich dann doch nach Luft schnappen und ich ließ mich dazu hinreißen zu sagen "so ein Quatsch, das ist doch ne Lüge", nicht laut genug das Sarrazin es auch nur wahrnehmen konnte aber es rutschte mir so raus.
Das war auch der Moment in dem ich mir überlegte ob ich es schaffen könnte mit meinem Apfel seinen Kopf zu treffen ... es wäre sehr schade um den Apfel gewesen aber ehrlich sowas .... ARGH!
Für mich, mein Denken und mein Wortverständnis ist wenn jemand über eine Gruppe spricht/urteilt nichts anderes als pauschalisieren - aber vielleicht deutet Herr Sarrazin das Wort ja auch anders ...
Gegen Ende des Gesprächs sagte die Moderatorin dass sie ihm eben in seiner Schlussfolgerung nicht folgen könne weil er da so pauschalisiere und Sarrazins Antwort war "Ich pauschalisiere nicht"

Ääääääääh?! Kreuzen sie an ... ja, nein, vielleicht ...

Dann fragte ihn die Moderatorin u.a. noch danach wie er zu der Kritik von Sigmar Gabriel in der Süddeutschen stehe, Gabriel hätte ihn da sehr genau zitiert und sich für die Anleitung zur Menschenzucht bedankt (ich habe den Artikel nicht gelesen daher kann ich nur wiedergeben)- Sarrazin sagte "Dann hat er ein anderes Buch gelesen"
Die Moderatorin sprach nochmals von den sehr üppigen und genauen Zitaten und Sarrazin sagte "Dann hat er falsch zitiert"
öööhm okay .... ich kenn Gabriels Artikel wie gesagt nicht und kann dazu nix sagen, die Argumentation an sich fand ich allerdings schon etwas ... hmm ... einfach...

Die Moderatorin zitierte dann eine, von mir recht lang empfundene, Passage aus Sarrazins Buch (was über Kindergeldprämien für Akademikerinnen die bis zu einem bestimmten Alter Kinder kriegen damit die Intelligenz nicht ausstirbt) und Sarrazins erster Kommentar war "Sie haben das nicht richtig zitiert"
Reaktion: "öh ... doch ich habe genau zitiert was da stand und nichts ausgelassen oder verändert"
Sarrazin: "Aber Sie haben nicht gesagt was ich vorher schrieb"
Auch der Hinweis, dass es ihr aber um den Inhalt dieses Zitates ging hinderte ihn nicht daran sich in epischer Breite darüber auszulassen was er (angeblich) vorher geschrieben hatte und nicht konkret auf das Zitat einzugehen.

Dann sagte Sarrazin im Laufe des Gespräches (als es um Intelligenz und bildungsferne Schichten ging) dass man eine Schule in einem Berliner Brennpunkt und in Seelendorf(? heißt das so? ich kenn mich doch da nicht aus) vergleichen könne und selbst bei gleichem Angebot an Möglichkeiten man beide Gruppen 30 Jahre später untersuchen könne und sehen würde das die Brennpunktler die Möglichkeiten weniger nutzten.

Jetzt mal ganz ehrlich, hätte ich SO in meinen Methodenkursen zur Auswertung und Erstellung von Umfragen und in meinen Statistikkursen argumentiert dann hätten mir die Profs wohl mitgeteilt, dass ich wohl besser ein anderes Studienfach suche solle. Davon abgesehen dass ja grundlegende Dinge unklar sind wie zB ob er da überhaupt vergleichbare Dinge vergleicht oder vielleicht Hauptschule und Gymnasium oder ob die Stichprobe überhaupt so als Stichprobe taugt und dann zum Schlüss auch noch der Schlüss auf die Gesamtheit ... dazu dürfte eine solch kleine Stichprobe die noch dazu eher einseitig zu sein schein meiner Meinung nach nicht taugen.

Außerdem erfuhr man noch das die Ablehnung sowohl in der Bevölkerung als auch unter den Journalisten rückläufig wäre, es wären von über 90% ja nur noch etwa 70% gegen seine Thesen (bei den Medien/Journalisten), er sagte das ziemlich stolz ... mich gruselte es ...
Außerdem hätte er seine Leserbriefe statistisch ausgewertet und erhält dort 90% Zustimmung, also könne das ja alles nicht so verkehrt sein was er geschrieben hätte.
Stimmt, ich habe ihm noch keinen Leserbrief geschrieben - vielleicht sollte ich das nachholen schon um in die "Statistik" einzugehen...

Die Mädels zu meinen Füßen hatten das Buch offenbar gelesen (vielleicht ja in der Schule?) und schüttelten nur den Kopf (und hatten sogar zeitgleich und unabhängig von mir den Apfelgedanken *G* - sie hatten auch einen dabei *G*) und mehr blieb einem auch irgendwie nicht ... außer dem Mann neben mir der ständig sagte "ja, da hat er vollkommen recht" wann immer Sarrazin etwa von einem Niveauabfall sagte ...
Den Stammtisch wird's sicher freuen glaub ich.

Nun frage ich mich seit heute mittag, ob ich zu intelligent bin um diesen plumpen Thesen widerspruchslos zu folgen und sie statt dessen hinterfrage oder ob ich zu wenig intelligent bin und mir sich deshalb der höhere und wahre Sinn der sarrazinschen Worte nicht erschließt...

Und warum nur fällt mir Pippi Langstrumpf ein? "Ich mal mir die Welt widde widde wie sie mir gefällt ..."

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Mein Freund der äääh die Bahn

Ich war heute auf der Buchmesse (das blogge ich später oder morgen oder so - ich bin noch reizüberflutet) und fuhr dort mit der Bahn hin - wie sich das für einen braven Rollstuhlfahrer gehört habe ich mich bereits am Montag per Onlineformular vorgemeldet (früher - also auch nor vor 2 Jahren - musste man sich 3 Tage vorher anmelden), auch wenn es mich immer noch stört das ich schon vorher sagen muss wann ich wieder nach Hause will...
Aber okay, ich weiß das der hiesige Bahnhof ohne Voranmeldung ein ziemlicher Zickenhaufen ist, die weigern sich dann auch durchaus mal jemanden in den Zug zu setzen - das haben Freunde schon erlebt - und ich wollte ja zu den Büüüüchern :D
Mehr zufällig war ich auch viiiiiel zu früh am Bahnhof und konnte so locker das "10 minuten vorher am Gleis sein" Limit schaffen.
War natürlich ein gaaanz alter Zug, so ein roter mit diesen furchtbaren Hebeln zum Türöffnen, und der Hublift tat was er tun sollte :)
Ich bin also im Zug und die erste Frage des Schaffners war "Darmstadt oder Frankfurt"
ich habe innerlich grinsen müssen, denn es war klar er verwechselt mich mit meiner wohl besten (und längsten) Freundin, die fährt nämlich genau die Strecke immer, meist nach DA aber auch mal nach FFM. Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen unsere Rollstühle haben die gleichen roten Spiderwheels (mein Rahmen ist grün, ihrer schwarz), wir haben beide eine Brille und schulterlange Haare - allerdings ist sie etwa 100 Nummern dünner als ich ;) (also tatsächlich so viel dünner das es jedem sofort auffällt)
Aber okay, das war ja nicht schlimm - nur zum schmunzeln.

Auch die Fahrt und das Aussteigen in FFM liefen problemlos.

Dann nahm ich den falschen Aufzug zur S-Bahn und kam dann auf dem richtigen Gleis natürlich relativ knapp an und bin dann einfach irgendwo in den Zug rein ohne dass da ein Rollstuhlsymbol war - der Abstand zwischen Gleis und Zug war überall gleich weit und wollte ja nur 2min fahren die steh ich auch im Gang gut.
ich musste aber erst umdrehen um rückwärts in die Bahn zu fahren denn vorwärts wären die Räder mal gepflegt in der Lücke versunken (ich kann sie nicht so zielgerichtet da drüber lupfen, dazu fehlts mir an Gleichgewicht oder so).
Also Türknopf drücken, rumdrehen, bis man rumgedreht ist geht die Tür langsam zu ... Fahrgast hielt die Tür dann netterweise auf und fragt ob er helfen soll - meine Standardantwort ist mittlerweile "ich glaub es geht, wenn nicht sag ich bescheid" er hat natürlich an den Rolli gefasst... ein Zug an den Rädern und ich war in der Bahn, kein Hexenwerk und nicht hilfswürdig.

Also steh ich da friedlich da kommt ein Bahnangestellter (in Bahnkluft)
"Wo wollen Sie denn raus?"
"An der Messe"
"Geht das?"
"och ja, wenn das so ist wie hier macht das kein problem"
"Sie wissen ja aber das sie vorne einsteigen müssen?"
"ja, weiß ich - bis ich vorne gewesen wäre wäre die Bahn aber 3mal weggewesen und ich wollte ja rein"
(Anmerkung von mir: die Bahn bestand aus 2 S-Bahnzügen und der Aufzug war am Ende der Gesamtbahn, ich bin in der vordersten Tür des hintern Zugteils eingestiegen, weiter vor hab ichs nicht geschafft)
"Aber sie müssen schon vorne einsteigen wenn man Ihnen helfen soll"
"naja, es ging ja auch so - ich weiß das ich eigentlich nach vorne sollte aber der Weg war zu weit und die Zeit zu kurz"
"Naja ..." (kuckt leicht tadelnd)
ich denke: wtf?! hallooo nich ein ganzer zug und der hätte sicher nicht gewartet

Dann ging er wieder ... - gott sei dank, denn ich wurde unmerklich gereizter
Der Ausstieg war dann sogar noch problemloser als der Einstieg...

Auf dem Rückweg ist mir die andere Bahn gerade vor der Nase weggefahren und so hatte ich 5 min Zeit um ganz ans Ende des Gleises zu fahren ... um brav vorne einzusteigen ;)
Zug fährt ein, ich bewege mich zur Tür, Lokführer streckt den Kopf aus dem Fenster
"Brauchen Sie die Rampe" (der Ton sagte "neee du brauchst die jetzt nicht")
"Nein, ich denke es geht so"
Unnötig zu sagen dass der Lokführer nichteinmal kam um zu sehen obs auch wirklich "so" geht, oder?
Aber jaja ... ich MUSS111elf immer vorne einsteigen...
(ich habe mit einem ähnlichen Verhalten des Lokführers gerechnet, hätte aber gedacht er kuckt wenigstens ob alles klappt)

Und ja, ich hätte auf der Hinfahrt auch eine Bahn später nehmen können, ich wollte es aber nicht, ich wollte nur selbstbestimmt in die Bahn einsteigen an der Tür an der ich es für geeignet halte (es wären auch alle andern Türen geeignet gewesen aber die war halt gerade vor meiner Nase) und nicht grundlos ans komplette andere Ende des Gleises hetzen.

Beim Einsteigen in den Regionalzug auf dem Rückweg habe ich das Rotkäppchen gefragt für welche Fälle denn diese nachträglicih installierte Rampe in diesem alten RB ist (auch ein Rolliklo wurde nachgerüstet) die Antwort war
"Die derfe mer net bediene"
Könnt ihr euch die Fragezeichen über meinem Kopf vorstellen?
"äh ... und wer dann?"
"dozu braucht mer es Spezialausbildung und die habbe mer net"
ich denke: öööh okaaay, Spezialausbildung hooohoo ... für die Rampe ... oookaaay
"Und wer hat die?"
"fast käner. manche Lokführer, aber eigentlich kaum einer"
"oh ... ja dann ist das doch mal eine sinnvolle Aufrüstung"

Die Ironie hat er leider nicht verstanden :/

Sonntag, 3. Oktober 2010

Um den Schlaf gebracht

Ich schrieb im vorherigen Beitrag ja schon das mich Videos von dem was am 30.09. im Stuttgarter Schloßpark passierte um den Schlaf brachten...
Ich habe seit dem ganz bewusst keiine Nachrichten gesehen und habe zwar am Donnerstag das ganze via fluegel.tv und anderen Streams live gesehen aber ich war ja auch beschäftigt mit dem Schreiben der Hausarbeit und hatte das oft nur im Hintergrund laufen.
Und dann war ich am Donnerstag auch viel zu entsetzt um da tatsächlich genaueres zu sehen. Und jetzt tauchen so nach und nach immer mehr Videos von Privatpersonen im Netz auf und ich muss sagen sie trieben mir heute Nacht die Tränen in die Augen - ob vor Wut, Trauer oder Fassungslosigkeit weiß ich gar nicht ...
Angesehen habe ich mir folgende Videos (die ich hier fand) :





und das auch im vorherigen Beitrag schon erwähnte





Auf dem 2. ist die Gewalt noch deutlicher zu sehen und mE sieht man auch das sie "einfach so" kam ...

Keine Frage, die polizisten haben da sicherlich nur ihren Job erledigt - aber ... mussten sie das SO tun? Auch wenn es ihr Job war sollte man doch meinen das auch Polizisten auch im Job immer noch Menschen sind die mal über die Verhältnismäßigkeit dessen was sie da tun nachdenken können und sollen.

Und wenn ich dann noch so etwas lesen muss dann bleibt mir tatsächlich die Sprache weg:

Da in den letzten Wochen solche Informationen jedoch immer wieder an die Demonstranten gerieten, entwickelte Polizeipräsident Stumpf einen "Plan B", in dem Hundertschaften aus anderen Bundesländern für 10 Uhr eingeteilt wurden. Und weil am Tag zuvor im Internet bereits Warnungen vor dem Einsatz um 15 Uhr kursierten, setzte der Polizeichef Plan B in Kraft - ohne zu berücksichtigen, dass gegen 10 Uhr sich eine angemeldete Schülerdemonstration in die Nähe des Schlossgartens bewegte.

Quelle
Übertroffen, und das ist dann der Punkt wo ich noch nicht mal mehr den Kopf schütteln kann, wird das nur noch vom letzten Satz des Artikels
Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, verteidigt dennoch den Einsatz der Beamten: "Polizeiliche Einsatzmittel müssen Waffen sein, die weh tun, nur dann wirken sie."


Das auch im Nachhinein nicht mal eine Entschuldigung kommt das man sich da verplant hatte sondern das nur gesagt wird "was hatten sie da zu suchen" oder gar "die kinder wurden instrumentalisiert" das lässt mich doch sehr nachdenklich zurück, denn die Schüler hatten eine angemeldete Demo mit Aufenthalt ab 12 im Park (die Aufbauten durften ab 11 gemacht werden) und man schickt ihnen durch Fehlplanungen eine solche Übermacht an Polizisten hin die gar nicht für die Schüler gedacht waren und dann findet man es hinterher völlig normal und sagt die Schüler waren am falschen Ort?! Sorry, da komm ich nicht mehr mit...

Zu Herrn Grube der sagt "Ein Widerstandsrecht gegen einen Bahnhofsbau gibt es nicht.“ sage ich einfach gar nix mehr ...

Keine Diskriminierung bei S21

Wow, ich bin beeindruckt, sogar in solchen Ausnahmesituationen denkt die Polizei daran auch niemanden zu diskriminieren - muss ich jetzt Danke sagen?!

Ich habe heute nacht Videos vom 30.09. gesehen und sie haben mich etwas um den Schlaf gebracht muss ich sagen, auf einem davon meinte ich einen Rollstuhlfahrer (E-Bock nach den Umrissen des Rollstuhls) zu sehen aber die Kamera ging weiter zu einer anderen Stelle. Ich grübelte heute nacht noch ob ich mich da nicht versehen hab denn er wurde gegen Ende sicher angeschossen vom Wasserwerfer... heute morgen lese ich in einer Twittertimeline das auch andere dort einen Rollstuhlfahrer gesehen haben und einen Link zu einem andern Video wo er klar erkennbar ist.
Hier das erste Video (den Rollstuhlfahrer sieht man bei 3:14 und als gegen Ende die Kamera angeschossen wird steht er offenbar daneben dürfte also ebenfalls was abbekommen haben)





(direkt verlinken kann man offenbar nicht mehr weil man dann bestätigen müssen das man über 18 ist - warum auch immer - und sich dazu wohl bei youtube anmelden muss)

Und hier das 2. Video


Natürlich dürfen auch Rollstuhfahrer bestraft werden wenn sie gesetzeswidrig handeln, aber sie dürfen ebenso natürlich auch demonstrieren und ihrem Missfallen über S21 Ausdruck verleihen. Gewalt die den Einsatz eines Wasserwerfers rechtfertigte ging aber von dem E-Bock und seinem Fahrer ganz offenbar nicht aus...

Ich hoffe für den Rollstuhlfahrer das sein Rollstuhl kein Schaden genommen hat, denn entgegen den Youtubekommentaren kann das durchaus passieren. E-Rollstühle sind für normale Regenmengen ausgelegt und auch sicher nicht für den Druck eines Wasserwerfers.
Und ich habe auch schon mal einen streikenden E-Rollstuhl auf Grund von zu viel Regen erlebt, das kann definitiv selbst bei Regen passieren - und ein Wasserwerfer ist ja etwas deutlich anderes als Regen.

Wenn es so wenig Diskriminierung mal bloß immer gäbe...

Samstag, 2. Oktober 2010

Hilft nicht mehr

Obwohl ich eigentlich völlig platt bin (bin nur wieder aufgewacht) geht mir jetzt was nicht aus dem Kopf ...

Nach diesen ganzen merkwürdigen Aktionen der Regierung - ob nun die Hartz"erhöhung", die Gesundheitsreform, die Internetsperren/Stopschilder oder Stuttgart 21 - es ist der Punkt erreicht an dem ich mir nicht mal mehr sagen kann "Ich hab sie nicht gewählt", auch das tröstet kein bisschen mehr....

Da läuft irgendwas falsch in meinem Leben als Wähler - ich sehe die Wahl als mein Recht und meine Pflicht an und seit ich wahlberechtigt bin lebe ich nun in CDU regierten Bundesländern obwohl ich noch nie auch nur überlegte sie zu wählen ...
Im Saarland das ,in meinem Wohnort, mehr als nur rabenschwarz war/ist immer nur CDU ... okay, da wohnt der Ministerpräsident, aber müsst ihr ihn deshalb auch alle wählen?! An einen anderen Bürgermeister als diesen einen CDU-Bürgermeister erinnere ich mich überhaupt nicht - wahrscheinlich stellt man irgendwann seine Urne ins Rathaus nur damit er weiterhin da ist ... ohne ihn scheint der Ort ja offenbar nicht vorstellbar zu sein ... vielleicht sollte man den Ortsnamen ändern in Lutzborn?

Dann ziehe ich um nach BaWü, zack wieder das gewohnte Bild, eine CDU-Regierung, immerhin aber eine Bürgermeisterin die nicht von der CDU war - allerdings zog ich im September um und im Frühjahr des neuen Jahres wurde der CDU-Bürgermeister gewählt ...

Irgendwie scheine ich CDU an meinen Füßen kleben zu haben dabei werde ich die wohl nie wählen, das Gen hat mir die väterliche Verwandtschaftslinie definitiv netterweise erspart :)

Ich werde jetzt einfach Mantra murmelnd in mein Bett gehen "Ich hab sie nicht gewählt, ich kann nix dafür, ich wollte sie nicht, ..." auch wenn es leider nix hilft :(

Da lernt ihr was für’s Leben

Das hat mal mein Datenverarbeitungslehrer zu mir gesagt nachdem er mich ermahnte ich solle doch bitte zuhören statt im Internet zu surfen (mir war langweilig weil ich das was er erzählte schon kannte) .

Es war aber neben Fassungslosigkeit und Entsetzen ein Gedanke der mir seit Donnerstag nicht mehr aus dem Kopf ging.
Ich bin mir bewusst, dass das hier nicht viele lesen aber dieses Blog war mal dafür gedacht meine Gedanken abzuladen und das tue ich hier...

Ich sehe mich persönlich als einen eher unpolitischen Menschen, ich interessiere mich nur für Themen die mir wichtig sind, bin politisch absolut unaktiv und habe auch keinerlei Ambitionen mich an irgendeine Partei zu binden.

Stuttgart 21 ging lange an mir vorbei, obwohl ich sogar in BaWü wohne, nach und nach informierte ich mich etwas darüber und finde ganz unabhängig von all den finanziellen Argumenten und auch ohne Gedanken an den Park oder die dortigen Bäume diesen Umbau mies - aus ganz persönlichen und simplen Gründen.
Stuttgart ist ein Kopfbahnhof dessen Bahngleise unabhängig von Aufzügen erreichbar sind, das heißt wenn ich dort hin will bin ich "nur" auf die Rotkäppchen der Bahn angewiesen und ihrer mechanischen Hebebühne. Damit ich dort also nicht um-/aussteigen kann muss mich schon die Bahn vergessen, denn ich komme immer zum Gleis und die Hebebühne funktioniert durch Muskelkraft.

Das ist für mich eine Wohltat, nachdem ich oft in völlig versifften Aufzügen fahre und hoffen muss das sie überhaupt funktionieren oder nicht gerade von den rolltreppenfauen Läufern belagert sind.
Deshalb mag ich Kopfbahnhöfe, denn sie lassen mich so selbstständig sein wie das an einem Bahnhof eben geht, wenn ich zu spät am Gleis bin dann weil ICH nicht schnell genug gefahren bin und nicht weil der Aufzug so lahm war, überfüllt war oder gar nicht funktionierte.

Aber das sollte gar nicht das Thema dieses Posts sein - nein, eigentlich geht es mir um das was ich da am 30.09.2010 in den diversen Livestreams gesehen habe ...
Ich brauche beim Hausarbeit schreiben dezente Geräusche um mich rum und so hab statt Musik den Stream angeschaltet über den ich via Twitter stieß.
Ich war erstaunt über die Menge an Polizei dachte aber da noch das es eine normale aber große Demo wäre und wunderte mich über den großen Anteil junger Leute.
Dann erfuhr ich das es eine angemeldete Demo einer Jugendorganisation ist und deshalb so viele Schüler da unterwegs sind.
Alles sah auch ganz friedlich aus, man hörte immer mal wieder "oben bleiben", Trillerpfeifen, Vuvuzelas.
Ich war etwas erstaunt das dort Wagen mit irgendwelchen Gittern durch wollten, die muss man ja nicht anfahren lassen wenn dort 2.000 Schüler angemeldet sind, die Sitzblockade war nur logisch - würde ich nicht schon sitzen hätte ich das auch getan ;). Es war aber immer noch gewaltfrei, das hat mich gewundert denn normalerweise liest man ja nach Demos immer von Wurfgeschossen und bisher habe ich das auch immer so akzeptiert (ich war nur zu meiner Schulzeit mal auf einer Demo, wohl auch so mit 13/14).
Dann fingen die Demonstrierenden an die Nationalhymne zu singen und dann kamen die Wasserwerfer. Ich war irritiert denn ich hatte ja nicht jede Sekunde auf den Stream geschaut und dachte noch "naja soviel regnen kanns ja da nun nicht" - neee Regen war der Strahl sicher nicht ...
Dann gab es die ersten Meldungen über den Einsatz von Tränengas und ich war völlig irritiert ... es gab da immer noch nichts was irgendwie nach Gewalt der Demonstranten aussah - okay die Trillerpfeifen wurden lauter, aber ich sah nichts was ein für mich unglaublich hartes Vorgehen rechtfertigt - schon gar nicht gegen Jugendliche und kinder!

Ich versteh es wirklich nicht liebe Verantwortlichen, ihr genehmigt eine harmlose Schülerdemo die gar nicht ausschließlich gegen eure Abhiolzaktionen demonstrieren sondern laut dem Elternbrief viel mehr dafür das die unnötig verbratenen Gelder für das immer teurer werdende S21 viel besser im sozialen Bereich aufgehoben wären, schließlich wird da offenbar einiges zusammengestrichen aktuell und auch verteuert. Die Demo genehmigt ihr bis 17 Uhr und wisst sie wird im Park enden. Ihr sagt dem Organisator noch sie dürften nicht auf den Marktplatz wg dem dort stattfindenden Markt, das sei zu gefährlich - aber ihr könnt ihnen nicht sagen das ihr vorhabt während der Demo dort schon eure Fällgerätschaften hinzubringen und deshalb da mit sehr viel Polizei und Wasserwerfern auftauchen müsst?! Sorry, das erschließt sich mir nicht.
Aber okay, ich hab jetzt gelernt: Märkte sind gefährlich - Wasserwerfer und Tränengas und Hundertschaften von Polizei nicht

Man bekam dann ziemlich schnell Bilder von Kindern die ganz deutlich sichtbar Reizgas abbekamen und auch das Bild des Mannes der aus den Augen blutete ging dutzendfach über Twitter - ganz gruselig wirklich ...
Ich habe kinder vor der Kamera des Streams gesehen die völlig irritiert waren über das was passierte und sich dabei ständig das Gesicht rieben :(

Hätte ich nicht die Hausarbeit fertigschreiben müssen wäre ich spontan und ohne über die Gefahr nachzudenken in den Zug gestiegen und nach Stuttgart gefahren, einfach nur um Präsenz zu zeigen an einem Ort an dem gerade unglaublich widerwärtiges passiert.

Abends schaute ich mir dann noch dieses Gespräch zwischen einem Moderator, Herrn Hauck und Herrn Kretschmann im SWR Fernsehen an. Ich kenne die Ämter/Aufgaben/Positionen der einzelnen Herren nicht, dazu bin ich denke ich zu wenig politisch interessiert. Und dann hörte ich unglaubliches ... und es lässt mich immer noch den Kopf schütteln....
Herr Hauck sagte er sei stolz auf die Polizei heute denn sie hätte so toll deeskalierend gewirkt.
Ich muss sagen mir macht das Angst! Wenn die Polizei dieses Landes so agiert wenn sie deeskaliert ... wie sehen dann eskalierende Situationen aus?!

Dann sagte Herr Hauck die Polizisten wären angegriffen worden, mit Pflastersteinen - aha ... ja klar tragen Schüler immer so mit sich rum ... als ich noch zur Schule ging war meine Bibel vielleicht so schwer wie ein Pflasterstein (wenn der Ranzen schwer war sagte man im Saarland oft "haschd de do widder plaschderstän drenn?) aber als Wurfgeschoss wäre sie denkbar ungeeignet gewesen, ehrlich liebe CDU.

Im Netz las ich dann das man die Pflasterstein-Behauptung bereits dementieren musste - dennoch lässt man Herrn Hauck in einer Talkrunde so etwas sagen ... definitiv #fail!
Jetzt werde ich auf jeden Fall immer(!) wenn ich bei Demoberichten von Steinewerfern lese zu allererst denken "Wahrscheinlich waren es gar keine" - da wurde leichtfertig Glaubwürdigkeit verspielt.

Herr Hauck sagte sinngemäß auch noch das die Kinder dort ja nichts zu suchen gehabt hätten - doch Herr Hauck, es war nämlich eine Demo auf der gerade(!) Schüler etwas zu suchen hatten, denn es war eine Schülerdemo die sie machten weil sie mit der Jugendpolitik und den Einsparungen nicht zufrieden sind, dann ist es ihr gutes Recht dort zu sein - die Stadt hat es schließlich genehmigt!
Und als die Gewalt der Polizei begann war es noch lange nicht 17 Uhr und erst danach hättet ihr räumen können denn dann war das offizielle Demoende!

Von Herrn Hauck habe ich auch noch gelernt, dass Sitzblockaden Gewalt sind - äh ja, ich lasse das mal unkommentiert ...

Es ist mir absolut unbegreiflich warum man wenn man weiß(!) das besonders viele Kinder in dem Park sind mit einem solchen Haufen geballter Staatsgewalt anrückt, hattet ihr Angst sie versuchen die Bäume mit ihren Mathebüchern zu schützen oder was?! Das nennt sich dann wohl Unverhältnismäßigkeit der Mittel.

Diese Kinder haben am Donnerstag etwas für's Leben gelernt, aber eigentlich nur Dinge die mich traurig stimmen...

Ich bin stolz auf jeden Jugendlichen der dort war um kund zu tun das ihm Bedingungen nicht zusagen, stolz auf alle Demonstranten das sie friedlich blieben und sich nicht provozieren ließen, stolz auf den Polizisten der, laut der Rede auf der Großdemo am Freitag, seinen Helm auszog und sagte er macht da nicht mit.
Außerdem bin ich sehr froh über das Internet und ich danke da mal stellvertretend fluegel.tv - danke für Bilder und Eindrücke die es so wohl nicht ins TV schaffen würden.
Danke aber auch an alle die von vor Ort twittern und jeden einzelnen der dort hingeht und Flagge zeigt aus welchen Motiven auch immer.

Bleibt friedlich und vor allem bleibt oben!