Mittwoch, 10. November 2010

Darwin Award beim Brownie backen

Jo, ich würd mal sagen den Darwin Award hätte ich schon auch verdient, auch wenn ich ja immerhin nicht ums Leben kam - zumindest das Tippen fühlt sich ja noch sehr lebendig an ;)

Ich hatte bei Juchem bzw beim Schlauer backen - Blog ein Paket mit Backmischhungen gewonnen, die durfte ich mir selbst zusammenstellen und da war es ja quasi Pflicht alles schokoladige mal auszuprobieren. ;) Denn obwohl ich etwa 22 Jahre in dem Ort wohnte in dem Juchem sitzt und sogar in unmittelbarer Nähe mal mein Schulpraktikum machte (ja, damals in Klasse 9 ...) und die Schaumküsse von Juchem immer lecker fand, so hatte ich noch nie eine Backmischung in den Fingern gehabt.

Da ich weiß das ich eher zu den DAUs gehöre was kochen und auch backen angeht war ich sehr gespannt auf die DAUtauglichkeit ;).

Der erste Versuch war Sonnenblumenkernbrot, das war etwas verkrüppelt weil ich dachte meine Kastenform sei kleiner als die normalen und dann zu wenig Teig hatte als ich feststellte dass sie normale Größe hat -> typisch für mich ;)
Das Brot war aber lecker.

Der 2. Versuch sollte nun die Browniebackmischung werden, spontan mitten in der Nacht beschlossen denn es sollte nur wenig Aufwand sein. Eier, geschmolzene Butter und Backmischung zusammenrühren, Ofen vorheizen, Backform falten (war nämlich schon eine in der Packung) und 25 min in den Ofen packen.
Klang fast zu simpel um wahr zu sein;)


um es später zu twittern oder bloggen hab ich sogar zwischendurch fotografiert
Start:

Okay das Falten der Backform war kurz eine feinmotorische Herausforderung (ich war schließlich auch schon müde *G* und meine Feinmotorik ist ja eh leicht gestört)
Aber ich habs geschafft die Laschen in die Schlitze zu kriegen ohne dass sie abreißen ;)


Backmischung, geschmolzene Butter und Eier (mehr oder minder unfallfrei geöffnet *G*)
(die Backmischung roch ja soooooooooooo schokoladig...)


Vom gerührten Teig gibt's kein Foto - die Erklärung folgt noch :(

Masse, die sehr schokoladig riecht, im Ofen


Oh ich sehe gerade das Bild von "nach dem Backen" muss erst noch auf meinen Rechner - kommt also noch :)

Nun zu der Darwin-Sache ... in der Anleitung der Brownies stand man solle 2 Min rühren auf höchster Stufe. Hab ich gemacht mit meinem tollen Philips Rührgerät und anfangs flog dann so viel von der Backmischung an den Rand der Schüssel dass ich das auch noch einrühren wollte ... um zu kontrollieren ob das nun alles ordentlich drin ist musste ich (meine Augen sind ja eher schlecht als gut) relativ dicht über meine Schüssel, und eigentlicih war alles wunderbar und ich wollte nur noch 1mal durchrühren - da fiel die einzige Strähne auf meinem Kopf die nicht lang genug ist um sie in den Haargummi zu zwängen hinter dem Ohr vor ....

Innerhalb von Sekunden hatte ich also mein Rührgerät vor dem Schädel, eingewickelt mit vielen meiner Haare - Gott sei Dank wurde es recht schnell langsamer und die Quirl schlügen also nicht mehr auf der höchsten Stufe gegen meinen Kopf.
Natürlich hab ich das Gerät ausgeschaltet, aber mein Hirn hatte da schon ein bisschen ne lange Leitung weil es zuerst "Scheiße, nein..." und "auuuuaaa, es tut weh" verarbeiten musste.

Tja, dann saß ich also da mit Rührgerät vor dem Kopf und stellte fest dass die Quirle sich nicht aus dem Gerät lösen ließen - aber Hauptsache der Teig war gerührt ;)
Also Frau Nachbarin angerufen (es fühlt sich übrigens doof an mit einer Hand ein Rührgerät vor dem Kopf festzuhalten) sie soll mit meinem Ersatzschlüssel kommen und mir irgendwie helfen (auch wenn mir das wie noch nicht ganz klar war). Was sie in dem Moment gedacht hat will ich lieber gar nicht wissen, denn es war schließlich auch noch mitten in der Nacht...
In der Wartezeit stellte ich dann fest das es da am Kopf evtl ein bisschen blutet und schaffte es einen Quirl aus dem Rührgerät und sogar aus den Haaren zu lösen. (da waren ziemlich viele schon ziemlich lose)

Der andere Quirl ließ sich auch mit roher Gewalt nicht lösen und so langsam wurde das Gewicht und die auf den Haaren liegende Spannung doch immer schmerzhafter, auch Frau Nachbarin hatte keine Chance gegen dieses Gewirr aus Haaren und Quirl, das Rührgerät hatte seine Arbeit zu gut erledigt.
Es blieb also nur die Schere und da sogar nur die Nagelschere, denn mit der normalen (eigentl. auch eher dünnen Schere) kam man nicht zwischen Kopf und Quirl so dicht hing das alles an meinem Kopf.
Also wurde einfach geschnitten, Ziel war nur das Rührgerät vom Kopf zu kriegen.
Das schafften wir dann irgendwann und Frau Nachbarin verarztete dann noch meine Wunde, denn da lief ja Blut runter, gegen die Haare und Brownieteigreste gabs Desinfektionsmittel (Hölle!) und dann wurde es künstlerisch wertvoll beklebt - Hauptsache es hielt irgendwie.
Mein Kopf fühlte sich vorne ziemlich kahl an und er war es ja eigentlich auch...
Bilder von meinem Kopf erspar ich euch, mein Gegner sah aber so aus

Man sieht es auf dem Bild nicht so gut, aber der Quirl ist sogar verbogen...

Im Inneren des Gerätes dürften ebenfalls noch viele Haare sein

Auch nachdem ich die Haare weggeschnitten hab lässt sich der Quirl nicht entfernen.
Auch am Tag danach hatte ich immer noch etwas Kopfweh und hätte ich nachts erbrechen müssen dann hätte ich wohl auch den Notarzt gerufen, kann ja ein Symptom für ne Gehirnerschütterung sein, leicht übel war mir ja nachts dann schon. Merke: Rührgeräte haben auch voller Haare noch ne ziemliche Wucht.

Na? Will mir jetzt jemand Konkurrenz machen im Rennen um den Titel "BackDAU des Monats"?
Die Weihnachtsbäckerei hat sich damit aber auch erst mal erledigt und auf dem Wunschzettel steht dann wohl ein neues Rührgerät... und ne schöne Mütze ;)

Tausend Dank nochmal an Frau Nachbarin für die Befreiungshilfe mitten in der Nacht!

Der Brownie wurde - denn er war ja schon gerührt - von mir dann schon nachts noch gebacken und er schmeckte gut, wenigstens etwas war also positiv.

Und danke an den Erfinder des Buff-Tuchs - verdeckt die nicht existenten Haare und die Wunde perfekt wenn es als Mütze hingefummelt ist! (doof das es nur ein normales dünnes Buff Tuch ist)

Kommentare:

  1. Ach Mensch, mir tut es soooo leid, dass das so ausgegangen ist. Und wie gut, dass nicht noch schlimmeres passiert ist. In 140 Zeichen hat es sich ja schon schlimm angehört, aber beim lesen deines Blogpost ist mir echt fast das Herz stehen geblieben. Wahnsinn.
    Eigentlich müsste es bei solchen Geräten auch ein Not aus geben...

    AntwortenLöschen
  2. Mein größte Angst bis die Hirn -> Hand -> Schalter Kommunikation stimmte (natürlich drückt man einen Schalter erst in die falsche Richtung hm?! GsD kam ich nicht wie sonst dauernd versehentl. auf den Turboknopf) war "Hoffentlich fängt das Ding jetzt wg der Überlastung kein Feuer" - hat es ja zum Glück nicht.
    Immerhin war der Brownie gut :D

    AntwortenLöschen
  3. [...] This post was mentioned on Twitter by Lachgas, MrRemedy. MrRemedy said: Darwin Award nur knapp verpasst: http://lachgas.wordpress.com/2010/11/09/darwin-award-beim-brownie-backen/ [...]

    AntwortenLöschen