Freitag, 18. Februar 2011

Bahrain und die Formel 1

Ich bin ja großer Formel 1 Fan und stehe zur Verwunderung derer die mich kennen dafür auch mitten in der Nacht auf ;) und dieses Jahr beginnt die Saison mal wieder nicht in Australien (dabei gibt doch eigentlich nur das frühe Aufstehen das richtige "yeah, es geht wieder los" Gefühl *fg*) sondern in Bahrain.
Nun tobt momentan in Bahrain ja, wie in vielen arabischen Ländern, die Bürgerwut auch "pro-democratic protests" genannt.
Bernie Ecclestone machte sich auch in der Tat schon Sorgen um das Auftaktrennen, vor allem weil bereits Anfang März der letzte Test in Bahrain stattfinden soll und die Teams damit gut 2 Wochen im Land sein müssen und die Strecke offenbar nicht so weit von der Hauptstadt Manama entfernt liegt. (und man wohl in Manama in Hotels untergebracht ist)

Während ich diesen Beitrag schreibe taucht in meiner Twitter-Timeline ein Tweet von F1-Total (ja ich weiß, die heißen nicht mehr so aber ich kann mir die andere url nie merken) auf mit der Schlagzeile:
Bahrain-Grand-Prix: Ecclestone wieder optimistischer: 
Während dessen läuft bei mir der Al Jazeera english Stream und die schalten gerade nach Bahrain, im Gespräch mit einem Arzt der recht panisch ins Telefon brüllt "We call for help, the European countries, the USA, the arabic league - we need help ... it's like war ... people were thrown on the street and shot on way to hospital" auf Nachfrage beziffert er die Toten als "uncountable" und all das was er sagt ist nicht was irgendwie optimistisch wirkt, immer nur Erzählungen dass unbewaffnete Demonstranten erschossen werden.

Und ganz ehrlich, unabhängig von den Sicherheitsaspekten (für die Teams) würde ich es lieber sehen, dass man dort nicht fährt, auch wenn die Medienöffentlichkeit für die Protestierenden natürlich gut wäre und vielleicht dazu führe dass sie deren Matchhaber etwas zurücknehmen. So brutal wie dort momentan vorgegangen wird würde ich darauf aber nicht hoffen wollen und fände es auch nicht korrekt die Machthabenden indirekt zu unterstützen in dem man auf deren Kurs fährt, denn der gehört mW der Königsfamilie (der Sohn des Königs ist offenbar auch Anteilseigner vom McLaren-Team las ich irgendwo bei F1-Total).

Sollte das Rennen dennoch stattfinden, erwarte ich von den Sendern eine ordentliche Berichterstattung über die offenbar friedlich Protestierenden und die brutale Staatsmacht und würde mir das Rennen sehr wahrscheinlich dennoch nicht ansehen. Das juckt zwar niemanden, aber ich müsste nicht das Gefühl haben etwas zu unterstützen was ich verurteile.

Das wollte ich auch genauso schon bloggen bevor ich heute Al Jazeera schaute und das dort Gehörte bestärkt mich nur in meiner Meinung.
Bin ich die Einzige die das so sieht, also mal wieder "nur" eine Minderheit?!
Ausschlaggebend dafür, dass ich es bloggen wollte war der Beitrag auf Planet of Sports der sich mit der Möglichkeit der Rennstreichung befasste, nicht jedoch mit dem politischen Drumherum. Und mir fiel schon beim Lesen der Überschrift auf, dass es für mich nicht heißen müsste "Darf in Bahrain gefahren werden" sondern "Soll überhaupt in Bahrain gefahren werden", denn da steckt für mich mehr dahinter als ein "dürfen" in Verbindung mit sicherheitstechnischen Gründen.

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