Dienstag, 1. Februar 2011

[HB] Das Herz ihrer Tochter - Jodi Picoult

Die Entscheidung welches mein 2. Audible-Hörbuch wird am WE fiel nicht so schwer, denn mir fiel plötzlich ein, dass ich schon seit der Leseprobe bei Vorablesen uuuunbedingt "Das Herz ihrer Tochter" lesen wollte. Und da ich "Neunzehn Minuten" schon als Hörbuch hörte und davon so gefesselt war, dass ich mir den Wecker zum Aussteigen aus der Bahn stellen musste, dachte ich mir "das kannste ja gut probieren, ist bestimmt gut".

Das Hörbuch gibt es nur in der ungekürzten Version bei Audible und es hat dann 7 Stunden und 44 Minuten Laufzeit. Beim Download fällt dann auf, dass es in 2 Teile aufgeteilt ist - warum erschließt sich mir nicht (das gekürzte Gerritsen war doch etwa genau so lang und groß) - aber tragisch ist das ja nicht.
Wie auch schon "Neunzehn Minuten" wird "Das Herz ihrer Tochter" von mehreren Sprechern gelesen was sich für die Story auch als sinnvoll erweist da verschiedene Perspektiven beschrieben werden.
Es lesen: Jens Wawrczeck, Anna Thalbach und Marius Clarén.
Da ich von Hörbuchsprechern noch wenig Ahnung habe hätte ich mir gewünscht, dass am Anfang die Sprecher ihren Namen selbst sagen damit ich die Stimme mit dem Namen verbinden kann, aber das ist ja bei HBs nie so.

Inhalt:
Shay Bourne ist der Mörder von Junes Ehemann Kurt und ihrer Tochter Elizabeth. Elf Jahre später soll er sterben - durch eine tödliche Injektion. Doch ausgerechnet Bourne käme nun als Herzspender für Junes zweite Tochter infrage. Kann Junes größter Feind zum Lebensretter ihrer einzigen Tochter werden?

Die Inhaltsangabe entspricht auch dem was ich damals bei Vorablesen in der Leseprobe las, es wurde dort noch ersichtlich dass June da jetzt in einem Konflikt steckt und ich erwartete ein spannendes Buch über eben diesen Konflikt.
Leider wurde meine Erwartung gnadenlos enttäuscht und so weit unter meinen Erwartungen war schon lange kein Buch mehr.
Wären die Sprecher nicht so gut gewesen hätte ich das Buch wohl nicht bis zu Ende gehört bzw. schnell zum letzten Kapitel vorgespult. Die Sprecher haben das Buch aber wirklich gerettet weil man ihnen wirklich gut zuhören konnte und die Stimmen jederzeit passend waren und mich selbst als die Story eher langweilig wurde nie gelangweilt haben.

Warum mich die Geschichte so enttäuscht hat? Zuallererst fiel auf, dass es eher am Rande um die in der Inhaltsangabe beschriebene Sache geht, dafür sehr viel um Religion und die Todesstrafe an sich und um "Green Mile".
Und ganz ehrlich, während ich den Zusammenhang mit der Problematik der Todesstrafe und auch von mir aus zumindest in Teilen hinter den religösen Themen mit der Hauptgeschichte sehen könnte, für ein solch albernes und schlechtes Abkupfern von Stephen Kings großartigem Buch fehlt mir jedes Verständnis und es hat mich maßlos enttäuscht.
Auch die vielen Informationen über Religion waren mir immer wieder deutlich zu viel, ich weiß nun wohl mehr über gnostische Evangelien als ich bisher wissen wollte, werde es mir aber wohl nicht lange merken. Das Shay Bourne dann noch als Messias angesehen wird, das war mir als nicht sehr stark gläubigem Menschen deutlich zu übertrieben.
Und dann Todeskandidat heilt Knastbruder von Aids (plötzlich sind alle Symptome weg und auch seine Werte sind im Normbereich, d.h. keine Infektion mehr nachweisbar), Todeskandidat holt Wärter ins Leben zurück ... erweckt toten Vogel zum Leben .. rettet Kind des Wärters das Leben ... vermehrt Nahrung (Kaugummi) ... lässt Wein aus Wasserleitungen kommen ... das alles klingt von der ersten Schilderung an einfach nur abgekupfert - und das auch noch eher mäßig gut.
Das Ende macht das Buch meines Erachtens dann nur noch schlechter irgendwie.
Auch die Tatsache, dass Junes Konflikt auf Grund der Fülle der anderen Themen (Todesstrafe, Messias, Wunder, Knastalltag, Verwicklungen des Pfarrers, Sicht der Anwältin) eigentlich fast nicht thematisiert wird fand ich sehr schade, denn DAS war sowohl in der Inhaltsbeschreibung als auch durch die Leseprobe versprochen worden.

Ich weiß, dass Frau Picoult besser und spannender schreiben kann, dem Buch hätte es wahrscheinlich gut getan wenn sie versucht hätte weniger Themen zu behandeln statt alles auf einmal zu wollen.

Ein großes Danke an die Sprecher die mich das Buch durchhalten ließen.

1 Kommentar:

  1. Zum Glück waren die Sprecher wenigstens dein Fall :-) Jens Wawrczeck ist i.Ü. eines der Drei ??? und ich mag seine Art auch sehr. Er hat auch ein paar andere Sachen bei uns, die sehr schön sind. Vielleicht probierst du es mal darüber: Nach Sprecher auswählen und nicht nach der Buchvorlage. Mir hilfts manchmal...

    Viele Grüße,
    Paul (von Audible)

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