Donnerstag, 17. März 2011

Are you kidding me?

Heute morgen habe ich noch vor dem ersten Kaffee ein Stück des ARD Morgenmagazins gesehen und in meinem noch schlafvernebelten Kopf hab ich nicht alles mitgekriegt, allerdings drang dann doch irgendwie irritierendes an mein Ohr.
Die Moderatorin (deren Name ich nicht kenne) sprach über Japan und sagte in diesem Zusammenhang tatsächlich die Japaner wären ja finanziell sehr gut gestellt deshalb bräuchten sie finanzielle Hilfen eher nicht.

Das war noch nicht ganz durch mein Hirn gedrungen da machte sie weiter mit: Und die Japaner sind ja so stolz und deshalb würden die auch andere Hilfe aus dem Ausland nicht so wollen

Ich muss gestehen ich überlegte kurz ob fehlendes Koffein Auswirkungen auf mein Gehör hat oder ob ich versehentlich RTL2 auf dem ARD Platz programmiert hatte ... aber sie erwähnte den Sendernamen dann auch noch ...

Liebe ARD, auch ich habe in der Schule mal gelernt, dass Japaner sehr stolz sind, aber ihr wollt mir ernsthaft erzählen, dass Menschen die gerade, durch fast alles an Naturkatastrophen was es so gibt, alles verloren haben was sie hatten keine Hilfe wollen weil sie zu stolz sind? Das sprengt mein Vorstellungsvermögen wirklich!
Ihr sagt auch, das ein Land so reich sein kann, dass es das Erdbeben, den Tsunami, den Vulkanausbruch, den Wintereinbruch und die atomaren Probleme in einer solch geballten Form mal eben finanziell selbst tragen kann und keine finanzielle Hilfe aus anderen Ländern (oder auch Spenden) benötigt.

Der CDUler Klimke sagte eben im Bundestag das die Kosten für den Wiederaufbau in den besonders betroffenen Gebieten auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt werden.

Liebe ARD, das kann doch alles wirklich nicht euer Ernst sein ...

Kommentare:

  1. Mit dem Erdbeben, Tsunami und Vulkanausbruch würde Japan problemlos alleine fertig werden. Die Japaner reagierten bis zuletzt alles andere als hysterisch. Man muss sich nur die Videoaufnahmen während des Bebens anschauen. Da wird sogar noch weitertelefoniert, obwohl die Wände wackeln. So schnell hätte sie das nicht umgeworfen.

    Durch den Super-GAU aber droht der Motor der japanischen Wirtschaft langfristig auszufallen, nämlich die Stromversorgung. Und wenn weitere starke Beben folgen, sind auch die anderen AKWs gefährdet. Ohne AKWs hat Japan aber überhaupt keinen Strom mehr.

    Ob es aber aktuell an Geld mangelt, bezweifle ich auch. Denn es werden auch Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, da kommt es auf eine Milliarde für Lebensmittel, Kleidung und Notunterkünften auch nicht mehr an. Bis zum Wiederaufbau muss man in meinen Augen abwarten, wie sich der Super-GAU entwickelt, d.h. welche Gebiete noch verseucht werden.

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  2. Aber es geht doch nicht nur um reines Geld - wenn ich hier an eine Organisation spende wie z.B Shelterbox dann geht das Geld doch nicht zwingend als Bargeld nach Japan sondern auch in Form von Sachspenden und da wird auch ein noch so reiches Land momentan vermutlich eher Mangel haben
    (im Blog eines in Japan lebenden Deutschen las ich dass zwar theoretisch Decken in Massen vorhanden wären im Land, diese aber nicht so einfach gesammelt und zu den Menschen gebracht werden können weil so vieles eben doch lahmliegt).

    Erdbeben sind die japaner natürlich gewohnt das steht ja außer Frage, eine solche Kombination von Erdbeben, Vulkan, Tsunami, Atomkraft und nun auch noch winterlichen Temperaturen ist aber ja eben eine andere Hausnummer als "nur" ein Erdbeben.

    Und ich verstehe auch nicht warum das THW wieder abgezogen ist ehrlich gesagt . angeblich offenbar "weil es keine Überlebenden mehr gibt" - ich gehe mal davon aus wir haben auch THWler nach Haiti geschickt und die dort nicht nach 2 Tagen wieder abgezogen, warum also aus Japan?

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  3. Sowas wie Shelterbox kannte ich nicht, danke für den Hinweis. in der Tat dann sinnvoll, da stimme ich Dir zu.Leider kann man nur von Deutschland aus spenden...

    Was Überlebende betrifft, schaut es bei den Tsunamiopfern sehr schlecht aus. Der Tsunami hat die Wucht von Beton. Da werden die Menschen eher erschlagen als dass sie ertrinken. Eher bestehen da in den Erdbebengebieten noch größere Hoffnungen. Da macht sich die angepasste Bauweise bezahlt.

    Das mit dem Wintereinbruch ist zwar schlecht für die Überlebenden, verhindert aber, dass die radioaktive Wolke sich nach Tokio ausbreitet (Nordwestwind) und verdünnt sie rascher.

    In der jetzigen Situation gibt es kein perfektes Wetter. Es ist nur die Frage, ob es die bereits evakuierte Region erwischt, oder 35 Millionen und weitere Großstädte, oder die verwüsteten Regionen weiter nördlich.

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