Samstag, 12. März 2011

Ich nicht

Eben las ich einen Blogbeitrag der auf Twitter von 2 von mir recht gern gelesenen Twitterern weitergeleitet wurde, zu finden ist er hier und ich dachte während des Lesens nur "boah wie polemisch". Der Grundgedanke dahinter ist sicher nicht falsch und das zu jeder Zeit und nicht nur wenn gerade eine akute Katastrophe bevorsteht bzw. passiert ist.
Mir persönlich war der Text aber ZU polemisch, die Übertreibungen zu stark und mir war auch die Betrachtungsweise zu sehr vereinfacht.

Das ist vielleicht so, weil ich bisher nicht durch besonders hohe Stromrechnungen gebeutelt bin (auch wenn ich 30€ schon relativ viel empfinde) und keine Unmengen von Elektrogeräten nutze ...
Ich trockne meine Wäsche noch ganz simpel auf dem Wäscheständer - ein Trockner würde sich für mich, selbst wenn ich den Platz dafür hätte, schlicht nicht lohnen, auch wenn er z.B gerade im Winter einiges erleichtern würde oder auch wenn das Bettzeug getrocknet werden muss.
Aber das kenne ich von zuhause auch nicht anders, wir hatten dort einen Trockner und dennoch hing Mama die Wäsche im Sommer immer und auch im Winter oft auf. (bei 3 Kindern war das auch nicht so ganz wenig Wäsche)

Ich habe auch schon seit meiner Jugend in meiner Schlafzimmerlampe immer eine Energiesparbirne und schalte das Licht in Räumen in denen ich nich bin schon automatisch aus.

Ich habe eine Mikrowelle und ich gehe (ohne das nachgemessen zu haben) einfach mal davon aus, dass es weniger Strom verbraucht wenn ich mein Kirschkernkissen 1 min in die Mikrowelle packe statt 20-30 min in den Backofen. Ebenso wenn ich mir 1 Portion Salzkartoffeln koche, die kommen etwa 1,5 min in die Mikrowelle und schmecken danach kartoffelig statt sie 20-30 Minuten in einem Topf mit Wasser zu kochen.

Ich habe auch keine 100 Technikspielereien, ich habe 1 Handy das ich kaum nutze, 1 kleinen RöhrenTV (den ich nicht hätte wenn er mir nicht geschenkt worden wäre), 1 Laptop, 1 DesktopPC (der eigentlich nie an ist und eher noch existiert weil er zum Wegwerfen zu schade ist und als Backup dient).
Elektroluxusgüter sind wohl meine elektr. Zahnbürste die sich aber schon behinderungsbedingt als notwendig gezeigt hat und deren Stecker ich immer ziehe sobald der Akku wieder geladen ist (geladen wird sie nur wenn der Akku leer ist), 1 elektrischer Dosenöffner mit dem Dosenöffnen weniger zum Kraftakt wird und schneller geht und 1 elektrischer Korkenzieher der wirklicher Luxus ist und mir im seltenen Fall das Flaschenöffnen erleichtert - zwingend notwendig wäre er aber nicht. Die Öffner haben beide Eneloopakkus (die sich ja durch besonders geringe Selbstentladung auszeichnen und daher auch relativ lange im Gerät sind).

Ja, mein Router und mein Telefon brauchen Strom, ebenso wie der alte 4 Plattenherd und der Kühlschrank und die Waschmaschine oder meine Kaffeemaschine.

Auf Strom könnte ich aber schon deshalb nicht verzichten, weil ich dann das Haus nicht mehr selbstständig verlassen kann, weil der Aufzug nun mal mit Strom funktioniert und das Treppenhaus nun mal Treppenhaus und nicht Rampenhaus heißt. Auch die Rampe des Busses funktioniert mit Strom und nicht alle besitzen eine von Hand ausklappbare Rampe.
Ich würde auch meine Nahrungsmittel ungerne wegwerfen müssen, weil mein Kühlschrank eben nur mit Strom funktioniert und auch auf meinen Laptop der mir als Informationsmedium, Kommunikationsinstrument oder auch mal zum Zeitvertreib dient (oder in der Uni schlicht als Möglichkeit schnell genug mitschreiben zu können was ich von Hand nicht könnte) würde ich nicht verzichten. Dafür sehe ich kaum TV-Nachrichten und lese keine Tageszeitung.

Ich besitze auch kein Auto, wenn ich könnte wie ich wollte hätte ich aber eines schon deshalb weil man damit viel sinnvoller einkaufen kann.
Oh einen Wasserkocher und einen Föhn hab ich auch noch, beide werden selten genutzt. Auch ein Fax und ein Telefon habe ich, vor allem ersteres brauche ich auch mehr oder minder regelmäßig, für den Rechner habe ich auch noch einen Drucker und 2 externe Festplatten und 1 MP3 Player gehört mir auch noch.
An Küchengeräten funktionieren der Quirl und der Mixer noch mit Strom, außerdem meine Heizdecke für den Rücken und meine Nachttischlampe (dafür hab ich am Bett keine an der Decke)
In meinen Lampen in die mehrere Birnen passen ist im Normalfall nur eine drin (was mich im Falle einer defekten Birne dann vor Probleme stellt, weil der Raum dann dunkel ist und ich jmd zum Birnenwechsel finden muss, aber mir ist es auch so hell genug)
Andere Lampen (außer den 4 Deckenlampen für Bad, Küche, Wohn-/Schlafraum und Flur sowie der Nachttischlampe und 1 Schreibtischlampe) besitze ich nicht, weder zur Deko noch in irgendwelchen Schränken.

An Stromverschwendung muss ich mir wohl vorwerfen, dass der TV oft nur auf Standby steht und mein Bad und meine Küche besitzen eine Lüftung statt Fenstern (sehr bedauerlich aber ich hab das Haus nicht gebaut).

Ich bräuchte keine bunt leuchtenden Reklametafeln oder Tonnen von Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt und ich habe auch weder von der Stadt noch vom Busunternehmen gefordert sie sollen uuunbedingt Atomstrom nutzen weil ich den so toll find.
Ich habe die Regierung nicht gewählt und gehe zu jeder Wahl bei der ich wahlberechtigt bin, ich habe die Regierung nicht darum gebeten die Laufzeiten der AKW zu verlängern - getan haben sie es trotzdem.

Ich verstehe den Grundgedanken der hinter dem anfangs erwähnten Beitrag steht und es mag Menschen geben die so viele unnötigen Geräte unbewusst besitzen/nutzen die dadurch angeregt werden diese weniger oder zumindest bewusster zu nutzen - einen völligen Verzicht auf Strom, und sei es auch nur für ein WE, halte ich aber für sehr viele Menschen nicht nur aus Bequemlichkeit, für undurchführbar und eigentlich halte ich es auch nicht für zielführend oder in irgendeiner Art und Weise hilfreich.

Kommentare:

  1. Da ich eine von den erwähnten Twitterinnen bin möchte ich gerne antworten. Es ist wirklich beispielhaft wie bewusst du mit Energie umgehst. Aber Tatsache ist doch, dass der Großteil der Menschen in Deutschland genau dies eben nicht tut. Und genau das Gegenteil von dem tut, was sinnvoll wäre und das sehr oft aus Bequemlichkeit heraus.
    In meinen Beobachtungen geht immer mehr die Selbstverantwortung verloren, es sind immer nur die anderen die Fehler machen. Man selbst ist ja nur so ein kleines Rädchen im Getriebe was ändert das schon.

    Wie treffend der Artikel von Denkding ist zeigt doch, dass man durch Geräte ausschalten in D statt sie in Standby laufen zu lassen den Strom von 2 in Worten ZWEI Atomkraftwerken einsparen könnte.

    Das wäre ja auch schon mal ein Anfang.

    Ich jedenfalls fühle mich in besagtem Blogpost leider nur zu sehr und zu Recht getroffen.

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  2. Ich spare gar nicht bewusst Strom, es wurde mir aber z.B. einfach beigebracht das Licht auszuschalten wenn ich einen Raum verlasse.
    Und viele elektronischen Geräte habe ich nicht weil sie entweder zu teuer sind oder weil ich keinen Platz dafür habe. Einen EBookreader - was ne nette Spielerei wäre - hab ich nicht weil es zu teuer ist, anderes hab ich nicht weil ich die Notwendigkeit nicht sehe (großer TV, DVDPlayer, Radio).

    Ich neige generell (also losgelöst vom Stromthema) dazu das wenn mir Texte zu polemisch sind da eher ablehnend zu reagieren (deshalb würde ich auch keiner Partei beitreten, ich hasse dieses Hin- und Hergeschimpfe).

    Jedes abgeschaltete Atomkraftwerk ist begrüßenswert und wenn der Text Leute dazu anregt bewusster mit Strom und Geräten umzugehen dann ist das sehr gut, auch wenn ich fürchte, dass es nicht lange anhält. Bei mir hätte der Artikel aber eher Ablehnung bewirkt (also auch wenn ich Strom verplempern würde) weil er für mich eben viel zu überspitzt ist.

    Es wäre wünschenswert wenn nun ein energiepolitischs Umdenken stattfinden würde, aber dazu fehlt mir dann doch der Optimismus.

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  3. Mir geht es ähnlich wie Dir. In Sachen Strom bin ich sehr sparsam, wobei es die Lebensdauer von Energiesparlampen nicht fördert, wenn man sie ständig an- und ausschaltet.

    Die Leuchtreklame und Lichtspielereien (z.B. an Hochhäusern) in den Städten stößt mir auch sauer auf. Der tatsächliche Stromverbrauch davon würde mich sehr interessieren.

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  4. Ich habe auch bisher auch lediglich in 1 meiner Lampen eine Energiesparbirne und wenn die an ist dann eher längerfristig.
    In Küche/Bad und Flur sind die Lampen oft nur relativ kurz an und da ging bisher die normale Birne einfach noch nicht kaputt, allerdings steckt in jeder der Lampen nur 1 Birne (statt der 2 möglichen)einfach weil es für mich hell genug so ist.

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  5. Die normale Birne ist auch heller und langlebiger. Hatte schon 2 Energiesparlampen, die beide nach 6 Monaten durchgeschmort (!) sind. Ist ja nicht ungiftig dann.

    Bis Energiesparlampen leistbar sind und die gleiche Helligkeit wie Glühbirnen liefern, dauert noch. Leider wollte man solange nicht warten. Lieber riskiert man Vergiftungen durch austretendes Quecksilber.

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