Freitag, 23. September 2011

Jo Nesbo - Der Leopard


 Der Autor wurde mir schon wirklich oft von Menschen ans Herz gelegt derem Buchurteil ich bedingungslos vertraute weil der Lesegeschmack einfach 100% passte. Dennoch zögerte ich immer wieder, auch wenn der Klappentext imemr wieder sehr ansprechend klang. das Buch durfte nie mit nach Hause.
Warum? Tja, gute Frage: wohl weil ich seit dem missglückten Versuch Hakan Nesser oder Arnaldur Indridadson zu lesen eine gewisse Grundskepsis bei Nordlichtern an den Tag lege. Denn bei Nesser und Indridadson waren nicht unbedingt die Geschichten schlecht, sondern die Schreibweise nervte oder ödete mich so an dass ich keine Lust mehr auf die Geschichte hatte und die Bücher abbrach. Jetzt habe ich bei jedem neuen Autor aus dem Norden erst mal die Befürchtung, dass die Story ja ganz nett klingen könnte und der Stil wieder alles versaut.

Nun wurde mir das Buch aber ausgeliehen und ich dachte "Okay, geb dir nen Ruck und lies es an"
Inhalt:
Hongkong: Im Dunst der Garküchen und Drogenhöhlen dämmert einsam ein Mann vor sich hin. Kommissar Harry Hole ist am Ende, er hat alle Brücken hinter sich abgebrochen, die chinesische Mafia ist ihm auf den Fersen. Gleichzeitig erschüttert Oslo eine Serie grotesk-grausamer Morde. Die junge Kommissarin Kaja schafft es schließlich, Harry zurückzuholen. Schon bald wird er immer tiefer in den Fall hineingezogen. Der Täter erweist sich als äußerst unberechenbar und intelligent. Er arbeitet mit einem perfiden Mordwerkzeug, das lautlos und quälend langsam tötet. Die Spuren führen Harry von einer einsamen Hütte im norwegischen Hochgebirge bis nach Ruanda. Als er dem Killer gegenübersteht, muss er eine übermenschliche Entscheidung treffen

Mein erster Gedanke war "?!", als berichtet wird wie Kaja Harry in Hongkong sucht - aber ich kannte auch keinen der Vorgängerbände - was sich als ungünstig erweisen sollte - es herrschte aber dennoch eine latente Spannung, alleine die Beschreibung der Folterszene ließ mich ja weiterlesen.
Zwischendurch dachte ich immer mal wieder "Jo, kaputter konnte man Hole auch nicht mehr schreiben?" und gegen Ende gingen mir die Twists zwischenzeitlich etwas auf die Nerven weil ich dachte "Oh was ne schlechte Deaver-Kopie" (aber ich liebe Deavers Bücher einfach).
Ein bisschen weniger Schauplatzwechsel hätten der Geschichte irgendwie auch nicht geschadet, dann hätte man sie auch einige Seiten kürzer fassen können. Dennoch war das ein solider Thriller und ich bin neugierig auf "Der Schneemann" denn im Buch gab es so viele Anspielungen und Erwähnungen, dass zumindest der Band wohl auf jeden Fall noch Pflichtlektüre wird.

Positiv überrascht war ich vom Schreibstil, denn der war ganz gut zu lesen. Das Buch war definitiv ziemlich spannend und ich hatte Phasen da musste ich ziemlich viel am Stück lesen, aber dann gab es auch Stellen wo ich es etwas zu leicht aus der Hand legen konnte. Der Überthriller der es nach einigen Amazonrezensionen sein soll war es für mich nicht, aber dafür habe ich vielleicht einfach zu hohe Ansprüche, weil ich fast ausschließlich Thriller lese.

Harry Hole ist mir auf jeden Fall nicht so unsympathisch wie er eigentlich sein sollte und ich hoffe mal, das ich mit dem Schneemann nicht wieder einen Band erwische bei dem man einen vorherigen gelesen haben sollte.

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