Freitag, 20. Januar 2012

Meine Tassen VIII

Die Tasse hab ich mit einem Gutschein bei irgendeinem Onlineshop bedrucken lassen um zu sehen wie die Druckqualität so ist.
Das hatte ich vorher schon bei nem andern Shop und hätte die Tasse nicht zwingend gebraucht, aber man konnte als Innenfarbe grün wählen und ich liebe grün!
Der Druck ist dann auch ncht so berauschend, er ist ziemlich milchig (die Blässe ist nicht der Blitz sondern die Tasse ist so), sieht nicht sooo gut aus. Das grün ist wie erwartet. Leider brach sehr schnell beim Spülen dieses Stück raus ohne das die Tasse irgendwo gegen kam oder so, lag einfach im Waschbecken. An dem Grün sah man auch stellenweise an welcher Stelle wohl öfter mal die Zähne dran kommen, denn dort ging es etwas weg.
Mittlerweile läuft innen und außen auch ein leichter Riss von der Bruchstelle nach unten, ich denke allzulange werde ich die Tasse wohl nicht mehr besitzen, denn sie wird irgendwann brechen.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Game - Anders de la Motte

Das Buch war für mich DER Fehlkauf des Jahres 2011. Dabei war ich so gespannt, denn der Klappentext klang gut. Ich hatte wieder Lust ein Buch zu kaufen und bin so ziellos an den Büchertischen vorbei und war willig einen Gutschein auf den Kopf zu hauen da sprang mich das Cover an.
Klappentext:
Als Henrik Pettersson, kurz HP genannt, noch leicht benommen von der letzten durchzechten Nacht, im Zug nach Stockholm ein Handy findet, steckt er es kurzerhand ein und überlegt, es zu Geld zu machen. Doch plötzlich erscheinen folgende Worte auf dem Display: WANNA PLAY A GAME? HP zögert, drückt dann aber auf YES. Und damit beginnt das Spiel und der allergrößte Nervenkitzel, den er je erlebt hat – bis es irgendwann um sein eigenes Leben geht.

Das Grundprinzip der Story ist mE ähnlich wie "Erebos", man erhält aus einem Spiel heraus Aufgaben die man in der Realität erfüllen muss. Hier läuft das Spiel allerdings nicht über den Computer sondern über das Telefon auf dem Textbefehle auftauchen. 
Das Buch ist definitiv für Erwachsene geschrieben und nicht wie "Erebos" ein Jugendbuch.
Es laufen 2 Erzählstränge parallel, einmal der von HP und der seiner Schwester Rebecca.

Anfangs fand ich das Buch spannend, war neugierig auf die Aufgaben die HP erfüllen muss. HP versaut es sich aber ziemlich bald mit dem Spielleiter und flüchtet dann nur noch, das ist weit weniger interessant. Außerdem fing schon als er noch Aufgaben erfüllte damit an, dass mir die Schreibweise mehr als nur sauer aufstieß. Die Texte aus der Sicht von HP enthalten ein ganz merkwürdiges und nervtötendes Denglish. Der Autor empfindet es wohl als besonders cool oder hipp oder was auch immer scheinbar wahllos englische Wörter in Sätze zu streuen. Wie z.B. "Das war major stuff." oder "Becca war okay, as far as sisters go."
Sowas kommt wirklich ständig vor im Buch, in Normalfall auch noch kursiv gedruckt und im Laufe des Buches war mein Auge schon ehrlich genervt davon.
Auch sonst ist die Sprache sehr flapsig. Gerade zu albern sind die beschriebenen Sexszenen von HP, das liest sich als für ein Teenie von seinem Sex möglichst angeberhaft berichten wollen.
Ob das an der Übersetzung oder am Original liegt kann ich leider nicht beurteilen.

Die Geschichte wird dann auch immer abstruser und so habe ich mich dazu zwingen müssen weiterzulesen, schließlich hatte ich es ja gekauft. Der Schluss kam mir dann wieder sehr merkwürdig vor, aber ich habe auch das Gefühl dann die Zusammenhänge auf den letzten paar Seiten nicht mehr verstanden zu haben. Das war dann alles etwas überzogen.

Lahmer, nicht neuer Plot, schlechter Schreibstil, merkwürdige Möchtegern.Teenie-Sprache -> nicht empfehlenswert

"Game"  ist im Heyne Verlag als Taschenbuch erschienen.

Freitag, 13. Januar 2012

Meine Tassen VII

Etwas spät aber immerhin noch so halbwegs passen eine meiner Tassen für euch:

Die Tasse hab ich zum Weihnachtsfest vor meinem Abitur gekriegt wenn ich mich nicht irre. Von wem ist mir allerdings nicht klar, ich könnte es zumindest nicht mehr beschwören. Die Tasse wurde damals auf dem Weihnachtsmarkt meiner Schule gekauft.

Montag, 9. Januar 2012

Das Leben ist hart...

Mir ist seit gestern abend urplötzlich speiübel, mit Bauchkrämpfen und all diesem Magen-Darm-zeugs. Meine Nacht war also nur mäßig weil ich wenig Schlaf hatte dank der Krämpfe. Erschwerend kommt hinzu dass mein Koffeinpegel nicht passte weil mir zu übel war. Ein typischer Montag eben.
Meine Freude auf ca 2h Bus und Straßenbahn war also eher gedämpft.

Einen kleinen Lichtblick bot der dunkle und kühle Montag dann mit einem sehr netten und gut gelaunten Busfahrer der sogar fragte ob es mir recht sei wenn er mich rückwärts aus dem Bus bugsiert. Das ist die Ausnahme, normalerweise machen Busfahrer einfach und man sollte am besten hellsehen ob sie die Rampe klappen möchten (und man also nicht drauf stehen darf), den Rollstuhl vorwärts rausfahren wollen (im Idealfall ordentlich nach hinten gekippt, im Schlimmstfall schieben sie ihn völlig ungekippt den Absatz runter), ihn rückwärts rausziehen oder den Bus absenken und denken "Ah passt schon, ich bleib sitzen".
Das jemand also nicht nur mitteilt was er vor hat, sondern auch noch fragt ob das für mich in Ordnung ist das ist schon ein deutlicher Lichtblick im üblichen "Montagsdoof" einfach weil es so selten ist.

Aber darum sollte es gar nicht gehen. Nach etwa einer halben Stunde in der Straßenbahn (auch hier war die erste barrierefrei - ich dachte der Montag ist toll) stieg eine ältere Dame zu die ein belegtes Brot und einen Coffee to go in der Hand hatte. Es war so ein Kaffee mit diesem lästigen Plastikdeckel in dem dieses kleine Trinkloch ist. Die Frau steuerte den 4er neben der Tür an (ggü. vom Rollstuhlstellplatz) dort saßen in Fahrtichtung 2 ebenfalls ältere Menschen. Die Bahn fuhr an und die Frau fiel nach vorne und dabei geriet Kaffee auf die kleidung der dort schon sitzenden Frau. Immerhiin war ihre kleidung dunkel so dass man nicht viel gesehen haben dürfte (und ich glaube sie hatte die Lederhandtasche auf dem Schoß).
Natürlich ist heißer Kaffee auch in geringen Mengen echt ärgerlich und ich hätte da sicher auch meinen Unmut geäußert.
Doch nach dem allgemeinen "Können Sie nicht aufpassen" "Entschuldigung, das tut mir sehr leid" blöckte plötzlich der neben der Frau sitzende Mann los (gehörten wohl zusammen) und das in einer lautstärke und einem Tonfall das man meinen konnte seine Frau hätte ne ganze Kanne Kaffee über gekriegt.
Ich dachte noch so "Oh alte Leute sind aber nicht nett zueinander, wenn das ein junger Mensch gewagt hätte ... weia..." Er wies sie dann auf das Essen/trinken verboten Piktogramm hin und sie sagte dann tatsächlich "Aber da ist ja kein Kaffee drauf"

Aus mir absolut unklaren Gründen befahl der Mann ihr dann plötzlich "Setze sie sich do driwwe hin" damit meinte er den Klappsitz vor mir auf dem Rollstuhlstellplatz. Warum die Frau nicht auf dem Sitz sitzenbleiben konnte wird wohl nur für ihn logisch sein. Er sagte ihr dann aber (immer noch laut und wenig freundlich) "Do is für Behinnerte" und meint damit den Sitz auf den er sie gerade schickt.
Und weil ich seinen Ton  ehrlich unmöglich fand erwähnte ich dann ganz nett, dass über ihm ein Piktogramm mit Sitz und Kreuz hängt und das darauf hinweist dass der Sitz ebenfalls für Ältere und Behinderte ist.
(Ich habe vollstes Verständnis dafür dass man sich empört wenn man Zeug über kriegt, ich habe aber auch Verständnis dafür dass man sich nen Kaffee mitnimmt wenn man knapp ne Stunde fährt, genervt war ich aber definitiv von der Lautstärke)

Als "Dank" oder was auch immer erfuhr ich dann die komplette Krankheitsgeschichte der Dame - und das obwohl ich wirklich angestrengt in mein kleines Handydisplay starrte und twitterte um beschäftigt zu wirken. Nach Smalltalk war mir schon wg der Übelkeit nicht. Aber sie redete .... und redete .... es begann mit einem ziemlich üblichen Satz "Mir wäre es auch beinahe so gegangen wie ihnen" (und man fragt sich meint sie den Rollstuhl, irgendne krankheit die sie mit dem Rollstuhl verbindet oder was ganz anderes?), das ich unbeirrt weiter ins Handy starre beeindruckt sie nicht im Geringsten. Sie war also mal fast querschnittgelähmt, hat ein neues Knie, hatte ne OP die lebensgefährlich war, hat ne Verengung an der HWS die die Klinik nicht operieren will, ist Diabetikerin, ist mal mit Krücken gelaufen und konnte dann keinen einkäufe tragen, hat eine Tochter die gerade wg dem Knie 7 Wochen krank war zu der sie auch jetzt fährt weil es zum Arzt geht, trank kaffee ohne Milch, bekam von der Tochter ein neues Handy zu Weihnachten (klapphandy ohne Kamera), hatte vorher eins mit Kamera, kann mit engl. Wörtern nix anfangen aber "die jungen Leute sind ja damit aufgewachsen" (hey und was bin ich??), zwischendrin noch das Wetter und immer mal wieder was wg dem Kaffeemalheur.
Das alles erzählt sie ohne dass ich ihr feedback gebe, sie fragt sogar ob ich am Handy ein Spiel spiele und ich bejahe, interessiert aber nicht.

Nach gut einer halben Stunde Monolog will sie dann zum Dialog wechseln mit einer DER Standardfragen. "Hatten sie schon immer einen Rollstuhl?" Das bejahe ich nur. "Also sind sie so geboren?" Ich verkneife mir jeden Kommentar das der nicht schon seit Geburt an mir festgewachsen ist und sage einfach nichts, sondern tippe ins Handy. "Dann sind sie das ja gewohnt" Wieder ein knappes "Mhm" "Das ist aber ganz schön hart..." und das von mir folgende "nein, eigentlich nicht" wirft sie so sehr aus der Bahn dass sie für den Rest der Fahrt schweigt (gut 15 minuten) und dann grußlos aussteigt.

Und ich denke kurz "Hey das ist aber jetzt unhöflich, mir erst die halbe Lebens- und dreiviertel krankheitsgeschichte erzählen und dann nicht mal Tschüss sagen ... tzis ..." (sie stand so spät auf das ich nicht rechtzeitig registrierte dass sie nun aussteigt)

Viel länger denke ich aber: Ja, das Leben  kann echt hart sein, wenn mir wildfremde Menschen einen Blumenkohl ans Ohr quatschen, mir kotzübel ist und mir koffein fehlt. Es ist aber nicht hart wegen meines Rollstuhls.
Tut mir leid dass ich die in diesem Punkt in mich gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte ;).